Unsere Mitglieder im Porträt

Das Elitenetzwerk Bayern lebt von seinen Mitgliedern. Einige von ihnen stellen wir hier vor. Sie sprechen über ihre Erfahrungen und ihre weiteren Pläne.

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Eine Frau steht an einem Rednerpult.

Eine coole Idee aus der Zeit an der Uni wird zu einem erfolgreichen Start-up!

Dr. Melanie Langenmeier  •  Elitestudiengang

Das Start-up qbi­lon hat sich zum Ziel ge­setzt, die IT-Archi­tek­tur von Un­ter­nehmen an­hand ak­tuel­ler Da­ten sichtbar zu ma­chen, um durch passge­naue Lö­sun­gen de­ren Wettbe­werbsfä­hig­keit zu si­chern. Nach einer An­schubfi­nan­zie­rung durch das Bun­des­wirt­schaftsminis­teri­um wur­de das Un­ter­nehmen 2023 an die Pa­ess­ler AG ver­kauft. Der Kopf hin­ter der Idee des ‚Ar­chi­tec­ture Mi­ning‘ ist Dr. Me­lanie Langer­mei­er, Ab­sol­ven­tin des Eli­te­stu­di­en­gangs „Software En­gi­nee­ring“ an der Uni­ver­sität Augsburg und CPO von qbi­lon.

Elitestudiengang „Software Engineering“

Nach ih­rem Ba­chelor­stu­dium in Wirtschaftsin­for­ma­tik kam Me­lanie Langer­mei­er eher zu­fäl­lig zum Eli­te­stu­di­en­gang Software En­gi­nee­ring. Heu­te be­tont sie: „Be­son­ders vom en­gen Be­treu­un­gsverhältnis und dem Zu­sammenhalt im Eli­te­stu­di­en­gang habe ich pro­fi­tiert. In der klei­nen Ko­horte habe ich mich bes­tens auf­ge­ho­ben ge­fühlt und fach­lich viel mit­ge­no­mmen – und wir hat­ten auch viel Spaß!“ Ebenso pro­fi­tierte sie von den Softskill- und Teambuilding-Se­mi­na­ren und Kon­tak­ten in die Wirtschaft, die der Stu­di­en­gang an­bie­tet.

Mentoring als entscheidender Faktor

Me­lanie Langer­mei­er macht das her­vor­ra­gen­de Mentoring als ei­nen der gro­ßen Pluspunkte des Eli­te­stu­di­en­gangs aus: „Be­son­ders die Un­ter­stüt­zung durch mei­nen spä­teren Dok­tor­vater Prof. Bernhard Bau­er machte ei­nen ent­scheiden­den Un­ter­schied in mei­nem Werde­gang.“ Prof. Bau­ers Netzwerk er­mög­lich­te es ihr, ihre Mas­ter­ar­beit in Oslo zu schreiben und sein per­sön­li­cher Ein­satz mo­ti­vier­te sie, eine Promo­tion an­zu­stre­ben, im Rahmen derer die Idee und erste Pro­toty­pen des ‚Ar­chi­tec­ture Mi­ning‘ ent­stan­den. Me­lanie Langer­mei­er wag­te den Schritt in die prak­ti­sche Um­set­zung ihrer Idee durch die Gründung eines Start-ups zu­sammen mit drei Kol­le­gen auch im Wis­sen um ihren star­ken Mentor und des­sen Un­ter­stüt­zung.

Von der Idee zur Start-up-Gründung

„Wir wa­ren wirklich mit vie­len Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert. Zu Be­ginn war es eine rich­tige Ach­ter­bahnfahrt“, erin­nert sich Me­lanie Langer­mei­er. Was sie aber durch alle Schwie­rig­kei­ten mo­ti­viert hat, war die har­mo­ni­sche Zu­samme­nar­beit mit ih­rem Team und die Möglich­keit, ihre Ideen um­zu­set­zen. Be­son­ders loh­nend für sie ist die di­rekte Rückmel­dung, die sie von Kunden be­kommt, de­nen sie passge­naue Lö­sun­gen für Probleme lie­fern kann. „Man kommt mit einer coo­len Idee aus der Uni, aber weiß nicht, ob die dann wirklich je­mand brauchen kann.“ Bei Me­lanie Langer­mei­er war ge­nau das der Fall. So kann sie in Echtzeit be­obachten, wie die ‚coo­le Idee aus der Uni‘ eine prak­ti­sche Um­set­zung in der Rea­lität fin­det und ei­nen ech­ten Be­darf deckt. Da­bei freut Sie sich auch, dass sie jetzt in ihrer Fir­ma mit vie­len Frauen zu­samme­nar­bei­tet. „In mei­nem Fachbe­reich war ich an der Uni als Frau eher eine Exo­tin, aber das war nie problema­tisch für mich.“

Heu­te rät sie jun­gen Gründe­rin­nen und Gründern, sich von Rückschlägen nicht ent­mu­tigen zu las­sen und auf die ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten zu ver­trau­en­.

Porträt Jasmin Katharina Stein, geb. Shokoui

Im Elitenetzwerk Bayern habe ich den intellektuellen Rahmen gefunden, den ich mir immer gewünscht habe.

Jasmin Katharina Stein, geb. Shokoui  •  Max Weber-Programm, Elitestudiengang

Jas­min Ka­tha­rina Stein (geb. Sho­koui) ver­bin­det als Alumna des Eli­te­stu­di­en­gangs RE­SET (Responsibility in Sci­ence, En­gi­nee­ring and Techno­logy) so­wie des Max We­ber-Programms vie­les mit dem Eli­te­netzwerk. Sie pro­fi­tierte nicht nur von der aka­de­mi­schen und fi­nan­ziel­len För­de­rung, son­dern nutz­te auch mit gro­ßem Ge­winn die per­sön­lich­keitsbil­den­den Zu­satz­an­ge­bote.

Liebe Frau Stein, woran forschen Sie aktuell?

Ak­tuell stehe ich am Be­ginn einer Pro­mo­tion im Fachge­biet Sci­ence, Techno­logy and Society Stu­dies zum Thema Ver­ant­wor­tung und In­no­vati­onsdy­na­mi­ken im Be­reich des Quanten­compu­tings. Die­ses Feld ist auf Grund sei­ner ak­tuel­len ra­san­ten Ent­wicklung be­son­ders reiz­voll. Vie­les, was frü­her un­denkbar war, ist machbar und Un­ter­nehmen sind für diese ‚KI von mor­gen‘ sen­sibi­li­siert. Techno­logi­sche Ent­wicklun­gen ha­ben ei­nen star­ken Ein­fluss auf das sozi­ale Zu­sammen­le­ben in­ner­halb der Ge­sell­schaft. Ich un­ter­su­che bei­spielsweise, wo­ran es liegt, dass manche Menschen neu­en techni­schen Ent­wicklun­gen posi­tiver ge­gen­über­ste­hen als an­dere und wel­che Auswir­kun­gen diese un­ter­schiedli­chen Ein­stel­lun­gen zur Techno­logie wie­derum auf die Ge­sell­schaft ha­ben. Als zweite Di­men­sion mei­ner Ar­beit wür­de ich das Thema Ver­ant­wor­tung be­zeichnen: Wie kann man künf­tige Techno­lo­gie­ent­wicklung ver­ant­wor­tungsvoll ge­stal­ten?

Sie haben Ihren Master im Elitestudiengang „Responsibility in Science, Engineering and Technology (RESET)“ abgelegt. Warum haben Sie den Studiengang gewählt und was war das Besondere daran im Vergleich zu einem normalen Studiengang?

Den Be­griff „Eli­te­stu­di­en­gang“ fand ich zu­nächst res­pektein­flö­ßend und ich wusste nicht, ob ich mir die­ses Stu­dium tat­säch­lich zu­trau­en kann. Jetzt bin ich sehr froh, da­mals den Mut zur Be­wer­bung ge­fasst zu ha­ben. Der Stu­di­en­gang RE­SET hat mich nicht nur the­ma­tisch abso­lut be­geis­tert, son­dern hat mich ins­be­son­dere durch das enge Be­treu­un­gsverhält­nis zwi­schen den Do­zen­tin­nen und Do­zen­ten und den Stu­die­ren­den sehr in mei­ner Ent­wicklung un­ter­stützt. Ohne diese aka­de­mi­sche, or­gani­sato­ri­sche und per­sön­liche Be­ra­tung wäre mein Weg si­cher an­ders ver­lau­fen! Ge­rade für jun­ge Menschen wie mich, die nicht aus ei­nem aka­de­misch ge­präg­ten Um­feld kommen, ist diese Art des Men­to­rings be­son­ders wertvoll. Durch Events wie ein Teambuilding-Wo­chenende sind wir als Gruppe noch nä­her zu­sammenge­rückt. Über den Eli­te­stu­di­en­gang wur­de ich dann auch für das Max We­ber-Programm vor­ge­schlagen, wodurch sich nochmals wei­tere Möglich­kei­ten für mich er­öff­net ha­ben.

Können Sie das genauer erklären? Welche Möglichkeiten wurden Ihnen durch das Elitenetzwerk geboten?

Durch die Un­ter­stüt­zung des Eli­te­netzwerks konnte ich ein Prak­ti­kum in Ko­pen­ha­gen ab­sol­vie­ren und an ei­nem Itali­e­nisch-Sprachkurs in Flo­renz teil­nehmen. Da­bei habe ich nicht nur neue Sprachen, an­dere Ge­sell­schaften und Kul­turen ken­nen­ge­lernt, son­dern tat­säch­lich auch Freundschaf­ten fürs Le­ben ge­schlossen. Ich erin­nere mich auch noch sehr gut an eine Ta­gung der Aka­de­mie für Poli­ti­sche Bil­dung in Tutzing zum Thema „Macht“, die intel­lek­tuell sehr be­rei­chernd war. Schließ­lich habe ich durch die Teil­nahme an der Mu­sik­aka­de­mie mei­ne Lie­be zum Gei­ge spie­len wie­der­ent­deckt. Im Eli­te­netzwerk Bay­ern habe ich den intel­lek­tuel­len Rahmen ge­fun­den, den ich mir im­mer ge­wünscht ha­be.

Sie haben sich in vielfältiger Weise für das Elitenetzwerk Bayern engagiert, z.B. als „Weberin vor Ort“. Was treibt Sie an?

Ich woll­te durch mein En­ga­ge­ment ger­ne et­was zu­rückge­ben. Als „Weberin vor Ort“ habe ich für an­dere Mit­glie­der des Max We­ber-Programms in München ver­schiedens­te Ver­an­stal­tun­gen or­gani­siert – vom Phi­loso­phi­schen Abend bis zur Yo­ga­ses­sion war alles da­bei. Ich habe im Eli­te­netzwerk so viele in­spi­rie­ren­de Per­sön­lich­kei­ten ken­nen­ge­lernt und woll­te dann auch Menschen mit ähn­li­chen Inte­res­sen zu­sammenzu­brin­gen, um Kol­labo­rati­onen oder Freundschaf­ten an­zu­sto­ßen. Au­ßer­dem habe ich so ge­lernt, gro­ße Gruppen zu ko­ordi­nie­ren und Ver­ant­wor­tung für diese zu übernehmen.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die überlegen, sich für ein Programm des Elitenetzwerk zu bewerben?

Versucht es einfach, auch wenn ihr Respekt davor habt. Ergreift diese einmalige Chance!

Eine Frau mit langen, braunen Haaren sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera.

Setzt euch neuen Erfahrungen aus und fordert euch selbst heraus!

Prof. Dr. Nora Kory  •  Max Weber-Programm

Die MWP-Alumna Nora Kory hat an der LMU München Bio­chemie stu­diert und leitet heu­te ihre ei­gene, un­ab­hän­gige For­schungs­gruppe an der Har­vard T.H. Chan School of Public Health. Dort er­mu­tigt sie Nachwuchskräfte, Neu­es zu wa­gen.

Frau Kory, Sie sind Assistant Professor an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Mit welchen Forschungsfragen beschäftigen Sie sich aktuell?

Ich be­schäftige mich ak­tuell da­mit, her­aus­zu­fin­den wie Mi­to­chondrien, die Kraftwer­ke und Stoffwechsel-Räume unse­rer Zel­len, Stoffwechsel­pro­duk­te und en­zymati­sche Co-Faktoren mit dem Rest der Zelle aus­tau­schen. Mi­to­chondrien spie­len eine wichtige Rol­le in zent­ralen bio­logi­schen Pro­zes­sen. Um ihre viel­fälti­gen Funktio­nen zu er­fül­len, tau­schen Mi­to­chondrien stän­dig Mo­lekü­le mit dem Rest der Zelle aus. Die­ser Aus­tausch er­folgt durch Transportpro­teine in der inne­ren mi­to­chondri­ellen Membran. Wir wol­len ver­ste­hen, wie diese Pro­zesse ge­nau auf mo­leku­larer Ebe­ne ab­lau­fen. Wir un­ter­su­chen au­ßer­dem, wel­che Rol­le Transportpro­zesse in Mi­to­chondrien in Alte­rungspro­zes­sen und bei Krankhei­ten wie Dia­be­tes, Krebs und neu­ro­de­ge­nera­tiven Er­krankun­gen spie­len.

Sie stammen aus Heidelberg und haben an der LMU München Molekularbiologie studiert. Welcher akademische Weg beziehungsweise welche Entscheidungen haben Sie in die USA geführt?

Da ich mich schon wäh­rend des Stu­di­ums an der LMU be­son­ders für die Re­gula­tion von Stoffwechsel­pro­zes­sen auf zell­bio­logi­scher Ebe­ne zu inte­res­sie­ren be­gann, und das Gen­zent­rum an der LMU zu der Zeit vor al­lem auf Struktur­bio­logie spe­ziali­siert war, habe ich früh For­schungserfah­run­gen au­ßerhalb ge­sucht, zum Bei­spiel an der ETH Zü­rich und am Max-Planck-Institut für Bio­chemie in Mar­tins­ried. Den Schritt in die USA habe ich zu­nächst für mei­ne Mas­ter­ar­beit ge­wagt. Ich hatte dort die Möglich­keit, neun Mo­nate in ei­nem weltweit füh­ren­den La­bor am Whi­tehead Insti­tu­te/MIT zu ar­bei­ten. Letztend­lich hat mich die Art, wie hier in der For­schung grundle­gen­de Fra­gen ge­stellt wer­den und für de­ren Be­ant­wor­tung neue Me­tho­den ent­wi­ckelt und an­ge­wen­det wer­den, an­ge­spro­chen. Des­halb habe ich mich ent­schieden, auch mei­ne Dok­tor­ar­beit und mei­nen Postdoc an der ame­rika­ni­schen Ost­küste zu ma­chen. Als ich mich auf Pro­fes­suren be­zie­hungsweise un­ab­hän­gige Gruppen­lei­tungsstel­len be­wor­ben habe, sah ich eine Ten­ure Track Stel­le in Bos­ton als ein­ma­lige Möglich­keit, mein For­schungs­pro­gramm nicht nur auf­zu­bau­en, son­dern auch lang­fris­tig in neue Richtun­gen ent­wi­ckeln zu kön­nen.

Welche Rolle hat auf diesem Weg rückblickend das Max Weber-Programm gespielt?

Das Max We­ber-Programm hat mir die Möglich­keit ge­ge­ben, mich mit an­de­ren Stu­die­ren­den aus­zu­tau­schen, die ähn­liche Ziele ver­folg­ten, und in Kon­takt mit Men­to­rin­nen und Men­toren zu tre­ten, die mich auf mei­nem Weg be­glei­tet ha­ben. Die­ses Netzwerk hat mir da­bei Tü­ren für an­dere Sti­pen­dien und For­schungs­mög­lich­kei­ten ge­öff­net.

Heute arbeiten Sie als Professorin in Harvard. Würden Sie sagen, dass sich damit für Sie ein Traum erfüllt hat?

Als ich mein Stu­dium be­gann, hätte ich es mir si­cher nicht träumen las­sen, eines Ta­ges als Pro­fessorin in Har­vard zu ar­bei­ten. Als sich für mich zum Ende mei­ner Dok­tor­ar­beit hin her­aus­kris­talli­siert hat, dass es ein Traum für mich wä­re, eine un­ab­hän­gige For­schungs­gruppe zu lei­ten, war das mei­ne Hauptmo­tiva­tion, ei­nen Postdoc zu ma­chen und auch in den USA zu blei­ben. Das Ge­fühl, als ich zum ers­ten Mal mein La­bor be­tre­ten und ge­se­hen habe, wie mitt­ler­wei­le ein gan­zes Team an mei­nen Ideen ar­bei­tet, ist schon un­be­schreib­lich. Ich bin dankbar da­für, mit Kol­le­gen aus aller Welt zu­sammen ar­bei­ten zu kön­nen, die sich für unse­re Fra­ge­stel­lun­gen be­geis­tern. Es ist toll, wie oft man hier Kon­takt hat zu an­de­ren For­schern, die grundle­gen­de Zu­sammenhän­ge ent­deckt ha­ben, und auf de­ren Ar­beit gan­ze For­schungs­fel­der be­ru­hen.

Sie haben als Promovendin und Postdoc in den USA angefangen. Inzwischen arbeiten Sie dort selbst mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zusammen. Hätten Geförderte des MWP die Möglichkeit, sich bei Ihnen zu bewerben?

Die Er­fah­run­gen, die ich selbst als Mas­ter­stu­den­tin hier ge­macht habe, ha­ben mich lang­fris­tig ge­prägt und mein Team und ich ge­ben unser Wis­sen und unse­re Be­geis­te­rung für Grundla­gen­for­schung zur Rol­le zel­lulä­rer Or­ga­nel­len im Stoffwechsel, und wie Ver­än­de­run­gen darin zu Krankhei­ten füh­ren, ger­ne wei­ter. Wir ha­ben inte­res­sante For­schungs­pro­jek­te, an de­nen mo­ti­vier­te Stu­die­ren­de mit­ar­bei­ten kön­nen. Am bes­ten funk­tio­niert das im Rahmen eines Auf­ent­halts von min­des­ten fünf oder sechs Mo­na­ten, so­dass aus­rei­chend Zeit bleibt, sich im La­bor ein­zu­ar­bei­ten und hof­fent­lich zu einer Pub­lika­tion bei­zu­tra­gen. Inte­res­sier­te Sti­pen­dia­tin­nen und Sti­pen­dia­ten kön­nen sich ger­ne bei uns be­wer­ben – Mo­tiva­tion, bis­heri­ge For­schungserfah­run­gen, Ei­gen­initi­ative und No­ten sind da­bei As­pek­te, auf die wir ach­ten.

Welche Empfehlung würden Sie Nachwuchskräften für eine Karriere in der Wissenschaft heute geben – egal ob in Deutschland oder den USA?

In­ves­tiert in eure Aus­bil­dung und nutzt die Möglich­kei­ten, die euch ge­bo­ten wer­den. Setzt euch neu­en Er­fah­run­gen aus und for­dert euch selbst her­aus. Geht in ein La­bor, wo ihr lernt, fun­da­men­tale For­schungs­fra­gen zu stel­len, selb­stän­dig zu den­ken und auch tra­diti­onel­le An­nahmen und Zu­sammenhän­ge neu zu hin­ter­fra­gen. Traut euch, neue Sa­chen, zum Bei­spiel Ex­pe­ri­men­te, aus­zu­pro­bie­ren und Feh­ler zu ma­chen – oft füh­ren diese zu neu­en und un­er­war­teten Er­kenntnis­sen.

Portrait Professor Tobias Vogel

Eine wertvollere Beratung als die durch einen Mentor, der den Weg schon beschritten hat, gibt es nicht.

Prof. Dr. Tobias Vogl  •  Max Weber-Programm

Quanten­techno­logie – jeder hat schon da­von ge­hört, doch die we­nigs­ten kön­nen sich da­run­ter kon­kret et­was vor­stel­len. Prof. Dr. Tobias Vogl, Alumnus des Max We­ber-Programms ist Pro­fes­sor an der TU München im Be­reich Quanten­kommu­nika­tion. Er hat dem Eli­te­netzwerk ei­nen Ein­blick in die­sen spannen­den Fachbe­reich und in sei­nen Werde­gang ge­ge­ben.

Lieber Herr Professor Vogl, können Sie sich und Ihre Forschung kurz vorstellen?

Ich bin seit Juli 2023 Pro­fes­sor für Quantum Commu­nica­tion Sys­tems En­gi­nee­ringan der TU München. In der Quanten­kommu­nika­tion geht es da­rum, In­for­ma­tio­nen ein­zel­ner Lichtteil­chen zu co­die­ren und als Kommu­nika­ti­ons­mit­tel zu ver­wen­den. Der Vor­teil da­ran ist, dass man die­sen In­for­ma­ti­ons­trä­ger nicht ma­nipu­lie­ren oder ab­hö­ren kann – dies ist sehr wichtig für Ver­schlüsse­lun­gen. Ak­tuel­le Ver­schlüsse­lun­gen wer­den auf ab­seh­bare Zeit nicht mehr si­cher sein, da­her ist Quanten­kommu­nika­tion eine mög­liche Al­ter­nati­ve in der Zu­kunft. Die Grundla­gen­for­schung exis­tiert schon seit 40 Jah­ren, die techni­sche Um­set­zung ist al­ler­dings sehr komplex. Die Übertra­gung des Lichts soll per Sa­tellit er­fol­gen. Wir sind ge­rade da­bei, ei­nen ent­spre­chenden Sa­telli­ten zu bau­en, über den mit ver­schiede­nen Standor­ten weltweit Quanten­kommu­nika­tion be­trie­ben wer­den kann. Da­bei gibt es noch eini­ge Hin­der­nisse zu überwin­den, von Energie­ver­sor­gung der Kompo­nen­ten auf dem Sa­telli­ten bis hin zu Vib­rati­onen wäh­rend des Ra­ketenstarts – es bleibt also spannend!

Welches waren die wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs und wieso haben Sie sich für den Wissenschaftsstandort Bayern entschieden?

Nach mei­nem Stu­dium an der LMU München habe ich in Can­berra in Austra­lien, pro­mo­viert, wo ich die Ba­sis­techno­logie mei­ner For­schung ent­wi­ckeln konnte. Nach mei­ner Pro­mo­tion leite­te ich eine Nachwuchsgruppe in Jena und wur­de 2021 mit dem mit 400.000€ do­tier­ten „INNOspace Mas­ters A­ward“ des Deutschen Zent­rums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus­ge­zeichnet. Mein län­ger­fris­tiges Ziel war je­doch im­mer die Rückkehr nach Bay­ern, ei­ner­seits aus fa­mili­ären Gründen, an­de­rer­seits auf­grund der her­vor­ra­gen­den Be­din­gun­gen für Quanten­techno­logie in und um München. Der Ruf auf die Pro­fes­sur an der TU mit Erst­aus­stat­tungsmit­teln des Mu­nich Quantum Val­ley kam für mich völ­lig un­er­war­tet und zeigt, dass Quanten­techno­logie kei­ne Ku­riosi­tät aus dem La­bor mehr ist, son­dern tat­säch­lich zur An­wen­dung ge­bracht wer­den kann. Bay­ern hat zum Glück ver­stan­den, dass es wichtig ist, in die­sem si­cherheitsrele­van­ten Be­reich in­ter­nati­onal kon­kur­renz­fähig zu sein, um die Techno­logie nicht aus an­de­ren Län­dern zu­kau­fen zu müs­sen und loka­le Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Wie wurden Sie Mitglied im Elitenetzwerk Bayern und welchen Gewinn bot die Mitgliedschaft für Sie?

Ich hatte von ei­nem Kommili­to­nen von der Hochschulaus­wahl für das Max We­ber-Programm ge­hört. Ich er­kun­digte mich bei ei­nem Pro­fes­sor, ob er mich für die För­de­rung vor­schlagen wür­de und wur­de aber gleichzei­tig pa­rallel vom Prü­fungsamt vor­ge­schlagen. Ich war sehr froh über die Auf­nahme und habe sehr von der För­de­rung pro­fi­tiert. Zum Bei­spiel konnte ich an ei­nem Sprachkurs in Eng­land teil­nehmen, der mein Wis­sen­schaftse­nglisch stark ver­bes­sert hat. Ich erin­nere mich auch an ein Softskill-Semi­nar in Beilngries zum Thema „Scienti­fic Wri­ting“, das mir tolle Techni­ken zur Prä­sen­tati­on mei­ner wis­sen­schaftli­chen Er­geb­nisse in Pub­lika­tio­nen und Talks ver­mit­telte, die heu­te im­mer noch in mei­ne Ar­bei­ten ein­flie­ßen. Es geht in der Wis­sen­schaft ja auch da­rum, Themen für die brei­tere Öf­fent­lich­keit zu­gänglich zu ma­chen und nicht nur für die wis­sen­schaftli­che Commu­nit­y.

Warum und wie engagieren Sie sich für das Elitenetzwerk?

Das Men­to­ring im Max We­ber-Programm hat mich tief ge­prägt. Herr Prof. Sau­sen vom DLR Oberpfaf­fen­hofen hat mir wertvolle Rat­schläge ge­ge­ben und mir ei­nen tie­fen Ein­blick in seine For­schungs­ge­biete er­laubt. Durch ihn habe ich auch er­fah­ren, was es heißt, in der For­schung zu ar­bei­ten und wo­rauf es bei der Pla­nung einer wis­sen­schaftli­chen Kar­riere an­kommt. Eine wertvol­lere Be­ra­tung als die durch ei­nen Men­tor, der den Weg schon be­schritten hat, gibt es nicht. Auf­grund die­ser posi­tiven Er­fah­rung en­ga­giere ich mich selbst im Max We­ber-Programm als Gut­ach­ter im Auswahlse­minar und als Men­tor. Da­bei möchte ich An­sprechpartner für alle mög­li­chen Fra­gen rund um Stu­dium und For­schung sein und nicht nur In­halt­li­ches ver­mit­teln, son­dern mei­ne per­sön­li­chen Er­fah­run­gen wei­ter­ge­ben.

Portrait: Aisha Abdul Quddus

Ich habe das Privileg, großartige Möglichkeiten erhalten zu haben, und ich möchte den Weg dafür ebnen, dass mehr Mädchen und Menschen verschiedener ethnischer Gruppen einen Platz in den MINT-Fächern einnehmen können.

Aisha Abdul Quddus  •  Elitestudiengang

Aisha Ab­dul Quddus, eine Ab­sol­ven­tin des Eli­te­stu­di­en­gangs Ad­van­ced Ma­teri­als and Pro­ces­ses (MAP), hat eine sehr le­ben­dige und energie­ge­la­dene Per­sön­lich­keit. Seit sie aus Pa­kis­tan nach Er­lan­gen ge­kommen ist, um am MAP-Pro­gramm teil­zu­nehmen, hat sie es ge­schafft, Menschen zu­sammenzu­brin­gen und sie mit ihrer wis­sen­schaftli­chen Bril­lanz und ih­rem En­ga­ge­ment, an­de­ren zu hel­fen, zu in­spi­rie­ren.

Bestmögliche Studienbedingungen

Nach ih­rem Ba­chelor-Abschluss an der Uni­ver­sität von Ka­tar inte­res­sier­te sich Aisha so­wohl für Chemie als auch für Ma­teri­al­wis­sen­schaften. Für sie war der Eli­te­stu­di­en­gang MAP "das Bes­te aus bei­den Wel­ten", denn er gab ihr Ein­bli­cke in viele ver­schiedene Themen mit prak­ti­schen An­wen­dun­gen, die von ex­zel­len­ten Ex­per­ten un­ter­rich­tet wur­den. Be­son­ders schätzte sie die Un­ter­stüt­zung durch die en­ga­gier­ten MAP-Mit­ar­bei­ter, von der An­pas­sung an das Le­ben in Deutsch­land bis hin zur Or­gani­sati­on von Aus­landsauf­ent­hal­ten. Aisha er­hielt ein ein­jäh­riges Sti­pen­dium von MAP und die fi­nan­ziel­le Un­ter­stüt­zung half ihr enorm, sich auf ihr Stu­dium zu kon­zent­rie­ren. Die im Pro­gramm ent­hal­te­nen Workshops und Se­mi­nare so­wie die Alumni-Tref­fen hal­fen ihr, ihre Softskills und ihr sozi­ales Netzwerk aus­zu­bau­en.

Eine herausragende Studentin

Während ihres Stu­di­ums be­tei­ligte sich Aisha an vie­len ge­meinschaftli­chen Ak­tivi­tä­ten, so­wohl au­ßerhalb als auch in­ner­halb des MAP-Pro­gramms, und kümmer­te sich unter an­de­rem um das Wohler­ge­hen und die In­tegration in­ter­nati­ona­ler Stu­die­ren­der. Sie half ihnen bei der Wohnungssu­che, be­ant­wor­tete ihre Fra­gen und sorg­te all­ge­mein da­für, dass sie sich wie zu Hau­se fühl­ten. Ihr En­ga­ge­ment für an­dere wird von dem Wunsch an­ge­trie­ben, die beste Ver­sion von sich selbst zu sein und das Bes­te aus ihren Mit­teln und Fä­hig­kei­ten zu ma­chen. Sie möchte ihre über­schüssige Energie nut­zen, um et­was zu be­wir­ken. In An­er­ken­nung ihrer Leis­tun­gen wur­de Aisha im Jahr 2023 mit dem Preis des Deutschen Aka­de­mi­schen Aus­tauschdienstes (DAAD) aus­ge­zeichnet. Die­ser ehrt in­ter­nati­ona­le Stu­die­ren­de der FAU, die wäh­rend ihres Stu­di­ums in Deutsch­land durch her­aus­ra­gen­de aka­de­mi­sche Leis­tun­gen und ihr En­ga­ge­ment in sozi­alen oder in­ter­kul­tu­rel­len Pro­jek­ten ei­nen nachhal­tigen Ein­druck hin­ter­las­sen ha­ben.

Aishas Mission

Da sie aus einer In­ge­ni­eurs­fa­milie stammt, war ihr Inte­resse an der Ver­fah­rens­technik ganz na­tür­lich, aber in ih­rem Fachge­biet war sie in der Re­gel die ein­zige Frau in ei­nem Team. Ihr Traum ist es, sich für vor­ur­teils­freie Ar­beitsplät­ze für alle ein­zu­set­zen, und sie möchte ein weibli­ches Rol­len­vor­bild sein: "Ich hatte das Pri­vi­leg, großarti­ge Möglich­kei­ten zu ha­ben, und ich möchte den Weg dafür eb­nen, dass mehr Mädchen und Menschen ver­schiede­ner eth­ni­scher Gruppen ei­nen Platz in den MINT-Fä­chern ein­nehmen kön­nen."

Nach ih­rem Ab­schluss in MAP im Jahr 2023 machte Aisha ihre ers­ten Schritte in der Un­ter­nehmenswelt. Während ihrer Prak­tika bei Agfa in Antwer­pen und RWE in Es­sen ent­deckte sie ihre Lei­den­schaft da­für, ei­gene Pro­jekte zu lei­ten und echte Pro­duk­te für echte Kunden zu ent­wi­ckeln. Sie hat das Ge­fühl, dass sie noch so viel zu ler­nen hat, und das treibt sie an, neue Leu­te zu tref­fen, ihre Ge­schichte zu er­zäh­len und jede Ge­le­gen­heit zum Ler­nen zu nut­zen.