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Mo­biler EEG-Workshop

Tech­ni­sche Sys­teme nur durch Ge­dan­ken zu steu­ern klingt zwar wie eine ferne Zu­kunft, doch Brain-Compu­ter-Inter­faces er­mög­li­chen dies be­reits heu­te. Der Schritt aus dem La­bor hin­ein in An­wen­dun­gen des tägli­chen Le­bens bringt dabei be­son­dere Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Flo­rian Schönleit­ner und Mert Ke­ser stu­die­ren ge­meinsam im Mas­ter­pro­gramm Neu­roen­gine­ering und be­schäftigen sich in­ten­siv mit die­ser Schnittstelle zwi­schen Ge­hirn und tech­ni­schen Sys­te­men. Sie be­rich­ten von ihrem Be­such bei ei­nem Workshop zu mo­bilen EEG-Gerä­ten in Ser­biens Hauptstadt Bel­grad.

Ein Be­richt von Flo­rian Schönleit­ner

So ein­zigar­tig jeder Mensch ist, so ein­zigar­tig ist auch die Ge­hirn­akti­vität. Was wir tun oder wo wir uns gera­de auf­hal­ten: unser Um­feld be­ein­flusst uns da­bei. Da­bei ent­steht stets eine Rückwir­kung auf unse­re Er­fah­rung, auf unse­re Stimmung und da­mit ver­bun­den auch auf die Ak­tivi­täten im Ge­hirn. Die schi­er un­be­grenzte Viel­falt an nicht-kon­trol­lier­baren Ein­gangspa­rame­tern er­schwert dabei wis­sen­schaftliche Un­ter­su­chungen er­heb­lich und ein Transfer in die Welt au­ßerhalb der La­bore wird zu einer be­son­deren Her­aus­for­de­rung.

An der TUM ver­ste­hen wir For­schung aber nicht als Selbstzweck, son­dern wir prü­fen fort­wäh­rend den Ein­fluss neuer Technolo­gie auf die Ge­sell­schaft, mit dem über­ge­ord­neten Ziel die­ser Ge­sell­schaft auch zu die­nen. Technolo­gie kann Wis­sen­schaft und Ge­sell­schaft ver­bin­den und wir prä­gen diese Ver­bin­dung, be­son­ders bei dem Schritt aus dem La­bor.

Seit eini­ger Zeit un­ter­stüt­ze ich das Pro­jekt Cy­ber­TUM. Hier berei­ten sich meh­rere stu­den­ti­sche Teams auf einen wis­sen­schaftli­chen Wettbe­werb vor, den Cy­bath­lon 2020. Der Wettbe­werb der ETH Zü­rich rich­tet sich an Men­schen mit mo­tori­schen Ein­schränk­ungen,die bei simu­lier­ten all­tägli­chen Auf­ga­ben aktiv durch tech­ni­scher As­sis­tenz­sys­teme un­ter­stütz wer­den. Die­ser Kon­text er­for­dert, dass Technolo­gien wie eben Brain-Compu­ter-Inter­faces auch in einer All­tags­um­ge­bung ro­bust funk­tio­nie­ren. Nur dann wird diese Technolo­gie Ak­zep­tanz fin­den und da­mit das Le­ben von Men­schen ver­bes­sern, bei­spielsweise von Men­schen mit mo­tori­schen Ein­schränkungen. Die stu­den­ti­schen Teams arbei­ten daher im Grenzbe­reich zwi­schen La­bor- und All­tags­um­ge­bung.

Mo­bile EEG-Sys­teme sind eine der Vo­raus­set­zun­gen für eine sol­che An­wen­dun­gen. Mit mei­nem Kommili­tonen aus dem Elitestudiengang „Neuroengineering“ Mert habe ich daher den mBrain­Train Work­shop zu mo­bilen EEG-Sys­te­men in Bel­grad (Ser­bien) be­sucht und dabei den fach­li­chen Aus­tausch ge­sucht.

Mit­ten im Her­zen von Bel­grad, nahe der Fes­tung, um­ge­ben und be­glei­tet von viel Kul­tur, Res­taurants und Ver­an­stal­tun­gen konnte ich mei­ne wis­sen­schaftli­chen Fra­ge­stel­lun­gen mit in­ter­nati­ona­len Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten zwei Tage lang be­spre­chen. Be­son­ders die in­for­melle Ebe­ne au­ßerhalb der Vor­träge, wie z.B. das Rahmen­pro­gramm nähe Be­ton Hala an dem Fluss Save ha­ben die Ge­sprä­che er­mög­licht, wel­che nun unse­re Ar­beit im Team vo­ran­brin­gen.

Rückblickend

Zurück in München ver­blei­ben uns von den bei­den Ta­gen ne­ben zahl­rei­chen neu­en Ein­sich­ten in die mo­bile EEG Technolo­gie auch viele Kon­takte zu ande­ren Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten. Das Wis­sen wen­den wir be­reits an und wir arbei­ten wei­ter in­ten­sive an der Vor­berei­tung für den Wettbe­werb im Mai 2020 in Zü­rich. Zu­dem blei­ben uns zahl­rei­che Ein­drü­cke von einer wunder­schönen Stadt am Rand von Eu­ropa.

Text: Florian Schönleitner, Elitestudiengang „Neuroengineering“