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Inspiration, Vernetzung, Bold Moves – Das Münchner Management Kolloquium 2026

Das Münchner Management‑Kolloquium (MMK) ist ein traditionsreiches interdisziplinäres Forum an der Technischen Universität München, das jährlich Wissenschaft, Wirtschaft und Young Professionals zusammenbringt, um aktuelle Fragestellungen aus Management, Innovation und Unternehmensführung zu diskutieren. Beim MMK 2026, das unter dem Motto „Bold Moves – Mit Mut managen“ stand, waren zehn Mitglieder des Elitenetzwerks Bayern vertreten. Saikat Kamal, Alumnus des Elitestudiengangs „Advanced Optical Technologies” an der FAU Erlangen-Nürnberg, berichtet von seinen Eindrücken.

Offener Austausch und praxisnahe Diskussionen

Die Veranstaltung zeichnete sich durch eine lebhafte, intellektuell anregende Atmosphäre aus, in der Fachleute, Wissen­schaftler und Branchen­führer zu offenen und zukunfts­orientierten Diskussionen zusammen­kamen. Besonders hervor­zuheben waren der offene Meinungs­austausch und die Bereit­schaft der Teilnehmer, strukturelle Heraus­forderungen direkt anzu­sprechen. Ebenso wertvoll waren die Gelegen­heiten zum Networking, die über die formellen Sitzungen hinaus zu gehalt­vollen Gesprächen führten und Einblicke darin gaben, wie verschiedene Branchen mit Unsicher­heiten umgehen.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Strategien zur Anpassung

Besonders interessant fand ich die Aus­führungen zum Oliver Wyman 2025 Restructuring Report, demzufolge Europa vor einer langen Phase der Um­strukturierung stehe. Ursachen seien anhaltende Inflation, geo­politische Unsicherheit, schwaches Wachstum und strengere Kredit­bedingungen, durch die viele Unternehmen stärker auf private Kredite oder Private Equity angewiesen seien. Besonders unter Druck stünden die Autoindustrie, das Bau­gewerbe sowie Teile des verarbeitenden Gewerbes und des Einzel­handels. Gleichzeitig blieben Investitionen in Innovation, die Anpassung der Betriebs­struktur und die Energie­wende wichtig für die lang­fristige Wettbewerbs­fähigkeit. 

In der Podiums­diskussion betonten Jost Backhaus (CEO, JUWI), Jörg Gregel (CRO, Weber Automotive), Jörn Trierweiler (CRO, Hahn Automation Group) und Frank Koch (CEO, Swiss Steel), dass aktives Liquiditätsmanagement, mehrere Finanzierungs­quellen und glaub­würdige Umstrukturierungs­pläne nötig seien, um den Wandel erfolgreich zu bewältigen.

Afrika als strategischer Partner für Rohstoffe und Märkte

Im Topic Lab der MMK / TUM School of Management betonten Anna Herken, Sabine Dall’Omo und Dr. Tochukwu Nwachukwu, dass Afrika in der globalen wirt­schaftlichen Neu­ausrichtung an Bedeutung gewinne. Weil Deutschland und viele Teile Europas kaum noch über eigene Erz‑ und Bergbau­industrien verfügten, werde Afrika künftig eine wichtige Rolle bei der Lieferung kritischer Roh­stoffe spielen, die für Industrie und die Energie­wende nötig seien. Der Kontinent modernisiere außerdem seine Finanz‑ und Regulierungs­strukturen, zum Beispiel durch neue pan­afrikanische Zahlungs­systeme und Steuer­reformen, was Handel und Transparenz verbessern könne. Für Unternehmen eröffne Afrika große Chancen in Bereichen wie Bergbau, Infrastruktur, erneuer­bare Energien, Fintech und Konsum­güter. Entscheidend werde sein, dass Politik, private Investitionen und Entwicklungs­zusammenarbeit gut aufeinander abgestimmt würden, um diese Chancen in eine nachhaltige industrielle Entwicklung und für beide Seiten vorteilhafte Partner­schaften zwischen Afrika und Europa umzusetzen.

Strategischer Optimismus in unsicheren Zeiten

Insgesamt hinterließ die Veranstaltung einen starken Eindruck von vor­sichtigem Realismus gepaart mit strategischem Optimismus. Die Diskussionen waren nicht nur analytisch fundiert, sondern auch äußerst praxisnah und boten konkrete Einblicke in Führung unter Druck sowie in die lang­fristige Wert­schöpfung. Persönlich empfand ich den Austausch zwischen Führungs­kräften aus der Wirtschaft und akademischen Experten als besonders bereichernd, da er Theorie und Praxis auf eine Weise verband, die das Verständnis für den heutigen wirt­schaftlichen Wandel vertiefte. Die dynamische Atmosphäre und das hoch­wertige Networking machten die Veranstal­tung sowohl beruflich wertvoll als auch persönlich inspirierend.

Text: Saikat Kamal