(Wieder-)Begegnung – jährlicher Austausch
Einmal im Jahr haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Marianne-Plehn-Programms die Möglichkeit, in Person zusammenzukommen, sich kennenzulernen und zu vernetzen. Das Jahrestreffen wurde 2026 vom 12. bis 14. Juni in der märchenhaften Mittelalterstadt Rothenburg ob der Tauber abgehalten. Es waren 27 Teilnehmende zugegen.
Dr. Anne-Sophie Käsbauer eröffnete als Referentin für das MPP die Veranstaltung und leitete eine unterhaltsame Vorstellungsrunde in Form eines Kennenlernbingos ein. Im Anschluss teilte die MPP-Alumna Dr. Eva Schaller ihre Erfahrungen mit der Gründung eines Unternehmens im Bereich Health Coaching und ging ausführlich auf Fragen von Dr. Käsbauer und den Stipendiatinnen und Stipendiaten zu diesem Karriereweg ein.
Kompetenzerwerb – Drittmittel, Stimmtraining und Verhandlung
Das Marianne-Plehn-Programm legt stets Wert darauf, die Kompetenzen der Geförderten zu erweitern und zu schärfen. So gab es auch in diesem Jahr ein ausgezeichnetes Workshop-Programm, was auf unterschiedliche Facetten des Berufslebens abzielte: Dr. Kristina Böhlke vermittelte einen Überblick über die deutsche Förderungslandschaft im Bereich von Drittmitteln. Bei Silke Herbst durften die Teilnehmenden erfahren und einüben, wie sie ihre Stimme als Werkzeug für eine effektive Kommunikation im beruflichen Alltag einsetzen können. Dr. Juliane Frenzel widmete sich in ihren Sitzungen dem Thema der Verhandlungsstrategien. Diese Kompetenzen wurden in kleineren Gruppen im Laufe des Wochenendes erworben. Am ersten Abend konnten hingegen alle Geförderten am Workshop von Dr. Elena Lichtenthaler teilnehmen. In diesem stand die Anwendung von Strategien aus dem Impro-Theater zum Umgang mit unsicheren Situationen im Fokus.
Wissenserweiterung – Stadtführung und Science Slam
Ein Besuch in Rothenburg ob der Tauber wäre nicht vollständig, wenn der historische Stadtkern mit seinen märchenhaften Zügen nicht ausgiebig bewundert würde. Diese Gelegenheit hatten die Teilnehmenden am sonnigen Samstagnachmittag bei einer Stadtführung. Dabei wurde zwar die malerische Schönheit des Ortes betont, nicht aber davor zurückgeschreckt, auch darauf aufmerksam zu machen, dass die Nationalsozialisten ihrerseits diese romantische Ästhetik instrumentalisierten.
Es gehört zur Tradition des MPP-Jahrestreffens, dass einige Geförderte ihre Forschung im Rahmen eines Science Slams vorstellen. So gab es Kurzvorträge zu falschinterpretierten Buchstaben bei Aristoteles (Samuel Kopp, LMU), was genau man sich unter theoretischer Chemie vorstellen kann (Lisa Hetzel, TUM), dem Potential von Rost in der Wasserreinigung (Johannes Voß, FAU) und den Schnittschnellen von Disziplinen wie Philosophie und Biologie im Bereich Kognition (Jonathan Reiser, LMU).
Netzwerkstärkung – Kontakte knüpfen
Es muss als eine zentrale Stärke des Marianne-Plehn-Programms gewertet werden, dass die Netzwerkkultur durch kontinuierliche Pflege gefestigt wird. Neben den gewinnbringenden Workshops und den eindrucksvollen wissenschaftlichen Impulsen, kommt auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Das Kennenlernen anderer Doktorandinnen und Doktoranden in eigenen wie fremden Disziplinen baut nicht nur ein stabiles Netzwerk, es bietet auch die Gelegenheit zur gegenseitigen Unterstützung in fachlichen wie privaten Angelegenheiten.
Es bleibt nur, den Organisatorinnen Frau Dr. Käsbauer und Frau Gesell sowie den Workshopleiterinnen und Vortragenden für die vielseitige Veranstaltung zu danken. Der anregende Ort und die ausgezeichnete Verpflegung sorgten zudem für ein exzellentes Ambiente. Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Text: Marlene Compton / Marianne-Plehn-Programm