Zurück zur Übersicht

Konferenz „Ethnographizing China Multiple”

Im Juli 2025 tra­fen sich For­scher und Stu­die­ren­de des Eli­te­stu­di­en­gangs „Standards of De­cisi­on-Making Across Cul­tures (SDAC)” zur Kon­fe­renz des Sci­enti­fic Network Anthropo­logy of Chi­na(s) unter dem Thema „Ethno­gra­phi­zing Chi­na Mul­tip­le”. Vier Tage lang hat­ten Anthropo­logen die Mög­lich­keit, ihre aktu­ellen For­schungs­ar­bei­ten vor­zu­stel­len und zu dis­ku­tie­ren und Ein­bli­cke in den aka­de­mi­schen Pro­zess zu ge­ben.

Wissenschaftlicher Dialog und Ideenaustausch

22 For­scher, Dok­to­ran­den und Stu­die­ren­de nah­men an der Ver­an­stal­tung teil, die vom SDAC-Sprecher Prof. Dr. Jean-Bap­tiste Pet­tier aus­ge­rich­tet wur­de. Ein­gela­den wa­ren Anthropo­lo­gen, Chi­na-Exper­ten und Sozi­al­wis­sen­schaftler von re­no­mmierten deut­schen Uni­versi­täten wie der Uni­versi­tät Hei­del­berg und der Freien Uni­versi­tät Ber­lin so­wie in­ter­nati­onale For­scher aus der Schweiz, Ös­ter­reich, den Nie­der­lan­den und den USA. Der kul­turel­le Hin­ter­grund der Teil­neh­menden war viel­fältig und bot einen wertvol­len Ein­blick darin wie aktu­elle Spit­zen­for­schung und aka­de­mi­scher Dis­kurs pro­du­ziert und ge­führt wer­den. 

Prof. Pet­tier läu­tete den ers­ten Tag mit ei­nem Vor­trag zu ei­nem sei­ner aktu­ellen For­schungs­the­men ein, an­hand eines Tex­tes mit dem Titel „The Im­peri­ally Co­lo­nized: Sided Truths and Situ­ated Ver­sions of Chi­na as a Mul­tiple Mo­no­lith”. Ne­ben „Ethno­gra­phi­zing Chi­na Mul­tiple” wa­ren Digi­tali­sie­rung, Fe­mi­nis­mus, Öko­logie und Ethik übergrei­fen­de Themen der Kon­fe­renz. Fer­ner wa­ren Themen, die spe­ziell die anth­ropo­logi­sche For­schung an der FAU Er­lan­gen re­prä­sen­tier­ten: Chi­nesi­sches Da­ting-Ver­hal­ten, die um­strit­tenen Wer­te und Verwendungszwecke von See­pferdchen in der chi­nesi­schen Me­di­zin, die Ethik männlicher Sexarbei­ter und die Ent­scheidungspro­zesse chi­nesi­scher Ein­wanderer an deut­schen Ar­beitsplät­zen. 

Die Kon­fe­renz war ge­prägt von in­ten­siven Dis­kus­sio­nen und ei­nem regen Ge­dan­ken­aus­tausch. Die vor­ge­stell­ten Themen zeig­ten auch die Viel­falt anth­ropo­logi­scher Fra­ge­stel­lun­gen, die sich im Zu­sammen­hang mit chi­nesi­schen Ge­sell­schaften un­ter­su­chen las­sen, und wie diese Er­kenntnis­se der aka­de­mi­schen Ge­meinschaft zu­gu­te­kommen.

Wie arbeiten Forscherinnen und Forscher eigentlich wirklich?

Viele Stu­die­ren­de stel­len sich diese Fra­ge. „Die Kon­fe­renz war eine großarti­ge Ge­le­gen­heit, For­scher in Ak­tion zu se­hen!“, sagt eine der Stu­die­ren­den des Eli­te­stu­di­en­gangs “Standards of De­cisi­on-Making Across Cul­tures (SDAC)”, die an der Kon­fe­renz teil­ge­no­mmen ha­ben. Be­son­ders auf­schlussreich war es, den Ent­ste­hungspro­zess von Pub­lika­tio­nen, ihre kriti­sche Überprü­fung und die ein­ge­hen­den Dis­kus­sio­nen zu be­obachten, die für die Er­stel­lung wis­sen­schaftli­cher Ar­bei­ten not­wendig sind. Aber auch die For­sche­rin­nen und For­scher pro­fi­tier­ten von den Per­spek­tiven und Fra­gen der Stu­die­ren­den. Die Kon­fe­renz wur­de ins­ge­samt als fruchtbare Ge­le­gen­heit zum Aus­tausch und Networ­king an­ge­se­hen.

Text:  Jessica Wengel, Elitestudiengang “Standards of Decision-Making Across Cultures (SDAC)”