Wissenschaftlicher Dialog und Ideenaustausch
22 Forscher, Doktoranden und Studierende nahmen an der Veranstaltung teil, die vom SDAC-Sprecher Prof. Dr. Jean-Baptiste Pettier ausgerichtet wurde. Eingeladen waren Anthropologen, China-Experten und Sozialwissenschaftler von renommierten deutschen Universitäten wie der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin sowie internationale Forscher aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und den USA. Der kulturelle Hintergrund der Teilnehmenden war vielfältig und bot einen wertvollen Einblick darin wie aktuelle Spitzenforschung und akademischer Diskurs produziert und geführt werden.
Prof. Pettier läutete den ersten Tag mit einem Vortrag zu einem seiner aktuellen Forschungsthemen ein, anhand eines Textes mit dem Titel „The Imperially Colonized: Sided Truths and Situated Versions of China as a Multiple Monolith”. Neben „Ethnographizing China Multiple” waren Digitalisierung, Feminismus, Ökologie und Ethik übergreifende Themen der Konferenz. Ferner waren Themen, die speziell die anthropologische Forschung an der FAU Erlangen repräsentierten: Chinesisches Dating-Verhalten, die umstrittenen Werte und Verwendungszwecke von Seepferdchen in der chinesischen Medizin, die Ethik männlicher Sexarbeiter und die Entscheidungsprozesse chinesischer Einwanderer an deutschen Arbeitsplätzen.
Die Konferenz war geprägt von intensiven Diskussionen und einem regen Gedankenaustausch. Die vorgestellten Themen zeigten auch die Vielfalt anthropologischer Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit chinesischen Gesellschaften untersuchen lassen, und wie diese Erkenntnisse der akademischen Gemeinschaft zugutekommen.
Wie arbeiten Forscherinnen und Forscher eigentlich wirklich?
Viele Studierende stellen sich diese Frage. „Die Konferenz war eine großartige Gelegenheit, Forscher in Aktion zu sehen!“, sagt eine der Studierenden des Elitestudiengangs “Standards of Decision-Making Across Cultures (SDAC)”, die an der Konferenz teilgenommen haben. Besonders aufschlussreich war es, den Entstehungsprozess von Publikationen, ihre kritische Überprüfung und die eingehenden Diskussionen zu beobachten, die für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten notwendig sind. Aber auch die Forscherinnen und Forscher profitierten von den Perspektiven und Fragen der Studierenden. Die Konferenz wurde insgesamt als fruchtbare Gelegenheit zum Austausch und Networking angesehen.
Text: Jessica Wengel, Elitestudiengang “Standards of Decision-Making Across Cultures (SDAC)”