Zurück zur Übersicht

Forschungspraktikum in Coimbra, Portugal

Im Rahmen ihres Mas­ter­stu­di­ums im Elite­stu­dien­gang „Transla­tional Neu­roscience“ an der Uni­versi­tät Würzburg ab­sol­vierte Chiara Spear ein viermo­nati­ges For­schungs­prak­ti­kum am Cen­ter for Neu­roscience and Cell Bio­logy (CNC) in Coimbra, Por­tugal. Dort un­ter­such­te sie, wie De­fekte im zellu­lären Ab­bausys­tem zur Ent­ste­hung der Alz­hei­mer-Erkrankung bei­tra­gen.

Forschung an der Universität Coimbra

Konkret ar­beite­te ich in der Ar­beitsgruppe von Pro­fes­sor Car­los B. Du­arte unter der Be­treu­ung von Dr. Rui O. Cos­ta. Mein Pro­jekt be­schäftigte sich mit der Fra­ge, wie Stö­run­gen im zellu­lären Ab­bau- und Re­cyc­ling­sys­tem von Ner­ven­zel­len zur Alz­hei­mer-Erkrankung bei­tra­gen. Da Neu­ro­nen auf effi­zien­te Re­cyc­lingme­chan­is­men an­ge­wie­sen sind, um ihre Funktion über das ge­sam­te Le­ben hin­weg auf­rechtzuer­hal­ten, wer­den De­fekte in die­sen Pro­zes­sen zu­neh­mend als wichtiger Fak­tor bei neu­ro­de­gene­rati­ven Er­krankun­gen wie Alz­hei­mer an­ge­se­hen. 

Zur Un­ter­su­chung die­ser Fra­ge­stel­lung ar­beite­te ich mit pri­mä­ren Ner­ven­zell­kul­tu­ren, die Alz­hei­mer-asso­ziier­ten Pro­teinaggregaten aus­ge­setzt wur­den. Mit­hilfe ver­schiedener zell­bio­logi­scher und mik­ro­sko­pi­scher Me­tho­den ana­ly­sierte ich die dadurch her­vor­geru­fenen Ver­ände­run­gen in den Zel­len. Das Ziel des Pro­jekts ist es, die mo­leku­laren Me­chan­is­men der Alz­hei­mer-Erkrankung bes­ser zu ver­ste­hen und lang­fris­tig neue An­satz­punkte für the­rapeuti­sche Be­handlun­gen zu iden­tifi­zie­ren. 

Ne­ben der wis­sen­schaftli­chen Ar­beit schätzte ich be­son­ders die kol­legia­le At­mosphäre im La­bor. Die Auf­ga­ben des tägli­chen La­bor­be­triebs wur­den von allen Gruppen­mit­glie­dern ge­meinsam überno­mmen, wodurch ich schnell in das Team inte­griert wur­de. Ins­ge­samt ge­wann ich wertvolle Ein­bli­cke in die For­schungs­kul­tur eines ande­ren Lan­des und ins­be­son­dere in die Ar­beit in ei­nem in­ter­nati­ona­len For­schungs­um­feld.

Leben in Coimbra

Auch au­ßerhalb des La­bors war die Zeit in Coimbra eine gro­ße Be­rei­che­rung. Die Stadt ver­bin­det eine ein­zig­artige aka­de­mi­sche Tra­diti­on mit einer offe­nen und in­ter­nati­ona­len At­mosphäre. Durch mei­ne La­bor Freunde, Erasmus-Stu­die­rende und viele ge­meinsame Abende in der Stadt lernte ich schnell inte­res­sante Men­schen aus un­ter­schiedlichsten Län­dern ken­nen und baute einen gro­ßen Freundeskreis auf. Die fle­xible Ge­stal­tung mei­nes Prak­ti­kums er­mög­lichte es mir au­ßer­dem, viele Wo­chenen­den für Rei­sen in­ner­halb Por­tu­gals zu nut­zen. Dank güns­tiger Fernbus­ver­bin­dun­gen las­sen sich die ver­schiede­nen Re­gio­nen des Lan­des un­kompli­ziert er­kun­den. Dar­über hin­aus nahm ich re­gel­mä­ßig an Ver­an­stal­tun­gen des Erasmus Stu­dent Net­work (ESN) teil und lief mit dem loka­len Laufclub Runaway, wo ich viele Gleichge­sinn­te ken­nen­lern­te. Zum ers­ten Mal nahm ich au­ßer­dem an meh­reren 10-Kilo­me­ter-Läufen in Coimbra und um­lie­gen­den Städ­ten teil.

Be­son­ders be­ein­druckt hat mich die le­ben­dige Stu­die­ren­den­kul­tur Coimbras. Tra­diti­onen, Mu­sik und zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen prä­gen das Stadtbild und den All­tag der Stu­die­ren­den. Ein be­son­deres Highlight war für mich die Qu­eima das Fitas, eines der größ­ten Stu­die­ren­den­feste Por­tu­gals, das ich ge­gen Ende mei­nes Auf­ent­halts mit­erle­ben durf­te. Es bil­dete einen un­ver­gess­li­chen Ab­schluss mei­ner Zeit in Por­tugal. Ins­ge­samt war mei­ne Zeit in Coimbra eine un­glaublich be­rei­chernde Er­fah­rung. Ich habe viele groß­arti­ge Men­schen ken­nen­ge­lernt, mit de­nen ich bis heute in Kon­takt ste­he, und bin dankbar für all die Mög­lich­kei­ten, Er­fah­run­gen und Erin­ne­run­gen, die mir das Eli­te­netzwerk Bay­ern und mein Elite­studien­gang „Trans­latio­nal Neuro­science“ mit die­sem Prak­ti­kum er­mög­licht ha­ben.

Text: Chiara Spear, Elitestudiengang „Translational Neuroscience“