Ideen austauschen, Ergebnisse vorstellen
Auch iGEM München war mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen vertreten. Das Team vereinte Angehörige der LMU, der TUM sowie Teilnehmende der Elitestudiengänge „Human Biology – Principles of Health and Disease“ und „Responsibility in Science, Engineering, and Technology“.
InkSight – ein zellbasiertes Tattoo als Sensor
Unser Team, iGEM München, präsentierte das Projekt InkSight, ein Tattoo aus gentechnisch veränderten Säugetierzellen zur kontinuierlichen Überwachung von Biomarkern. Schwankungen der Biomarkerwerte werden durch Veränderungen der Tattoopigmentierung direkt sichtbar gemacht. Die Zellen tragen eine Modulare Extrazelluläre Sensor-Architektur (MESA), die die Kontraständerung des Tattoos auslöst. Encapsulin-Nanokäfige mit Tyrosinasen sorgen für eine lokalisierte, sichere Melaninproduktion. InkSight ist damit der erste kontinuierliche, zellbasierte Tattoo-Biosensor mit visuellem Output und schafft eine innovative Plattform für dezentrale Diagnostik und personalisierte Medizin. Dieses Projekt vereint synthetische Biologie, Bioengineering und translationalen Ansatz in einem anschaulichen, patientennahen Biosensor.
iGEM ist mehr als nur das Labor
Die Arbeit für iGEM geht weit über Laborexperimente hinaus. Im vergangenen Jahr haben wir Themen der synthetischen Biologie der Öffentlichkeit nähergebracht und Schülerinnen und Schülern Laborarbeit ermöglicht. Bei Girls’ Day und iGEM@School betreuten wir Experimente, werteten Daten aus, analysierten Probleme und vermittelten Grundlagen in Python. Außerdem konnten Teilnehmende aus allen Semestern Einblicke in verschiedene Studiengänge gewinnen.
Darüber hinaus entwickelten wir eine Software zur schnellen Erstellung neuer MESA-Rezeptoren, die als Bestes Software-Tool ausgezeichnet wurde. Alle Experimente, Ergebnisse und Outreach-Aktivitäten sind auf unserem Wiki dokumentiert – von der Projektübersicht über Analysen bis hin zu Anleitungsvideos. Für seine Struktur und Praxisnähe erhielt das Wiki den Preis für das Beste Wiki und dient nun als Vorbild für zukünftige iGEM-Teams.
Der Grand Jamboree in Paris bot uns die Gelegenheit, unser Projekt und unsere Forschung mit Teams aus der ganzen Welt und Experten aus Wissenschaft und Industrie in einer Live-Präsentation und an unserem Stand vorzustellen. Wir sind außerdem stolz darauf, für alle angestrebten Preise nominiert worden zu sein, uns unter den Top 10 der über 400 Teams zu platzieren und als das beste Diagnostikprojekt ausgezeichnet worden zu sein. Zusätzlich konnte das Team wiederholt eine Goldmedaille für „Exzellenz in Synthetischer Biologie“ nach München holen! Unsere Reise wäre ohne die Unterstützung unserer Sponsoren, zu denen auch das Elitenetzwerk Bayern gehört, nicht möglich gewesen.
Weitere Details zum Projekt finden Sie in unserem Wiki: 2025.igem.wiki/munich/ oder in unserer Präsentation: www.youtube.com/watch!
Text: Natalia Kuźmierkiewicz, Elitestudiengang „Human Biology - Principles of Health and Disease“