„Wenn das Naturkapital schwindet“ – Eine globale Debatte eröffnen
Der Verlust biologischer Vielfalt zählt heute zu den größten ökologischen Herausforderungen weltweit. Das FORUM „Biodiversity in Transition – Global Challenges" verband wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlichem Dialog, um sich diesem Thema zu widmen.
Zur Eröffnung des Abends betonte die Vizepräsidentin der Universität Bayreuth, Prof. Dr. Susanne Tittlbach, dass Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Landnutzungswandel eng miteinander verflochtene Prozesse sind, deren Folgen bereits heute Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und die Stabilität unserer Ökosysteme bedrohten. Sie verwies auf das einzigartige Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) sowie darauf, wie Studiengänge wie „Global Change Ecology" und der neu vom Elitenetzwerk Bayern geförderte Master „Ecological Forecasting" Forschung und Ausbildung eng verzahnen.
Ministerialrätin Beate Lindner stellte anschließend das Elitenetzwerk Bayern vor, das 2004 gegründet wurde, um herausragende Talente fachübergreifend zu vernetzen. Sie betonte, dass erfolgreiche Lösungsansätze dort entstehen, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, langfristige Kontakte aufgebaut und gemeinsame Projekte entwickelt werden. Elizaveta Shcherbinina von Friends of Global Change Ecology e.V. sprach darüber, wie der Elitestudiengang ein gemeinsames Verständnis für globale Umweltverantwortung fördert und zu prägenden internationalen Freundschaften führt. Besonders hob sie die einzigartige Möglichkeit hervor, bereits während des Studiums an internationalen UN-Klima- und Biodiversitätskonferenzen teilzunehmen.
Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, ehemaliger Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Er vertritt die These, dass das Naturkapital, das menschliches Leben erst ermöglichen, nicht isoliert geschützt werden kann. Es müsse gemeinsam mit dem Humankapital, also Bildung, Wissen und Innovationskraft, betrachtet und durch eine starke politische Steuerung und Einbindung in die Entscheidungen der Wirtschaft flankiert werden. Nur wer diese vier Elemente als ein zusammenhängendes System begreife, so Mosbrugger, könne menschliches Wohlergehen und einen lebenswerten Planeten zugleich sichern.
In seinem Schlusswort zog Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein eine Bilanz von 20 Jahren Elitestudiengang „Global Change Ecology“ an der Universität Bayreuth – ein Studiengang, der seit seiner Gründung 2006 weitere „Global Change Ecology"-Programme in Bologna, Bergen, Würzburg und Bangor inspiriert hat. Heute ist „Global Change Ecology“ zu einer international anerkannten Fachdisziplin geworden.
Ein Elitenetzwerk Bayern FORUM für einen lebenswerten Planeten
Das diesjährige Elitenetzwerk Bayern FORUM verdeutlichte die Dringlichkeit des Schutzes des Naturkapitals und zeigte zugleich, welche Rolle Wissenschaft, Bildung und gesellschaftlicher Dialog bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen spielen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Verlust des Naturkapitals nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche, soziale und politische Herausforderung darstellt.
Text: Dr. Sephanie Thomas und Luisa Mächler, Elitestudiengang „Global Change Ecology“