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Philologie in Hieroglyphen und Pseudoglyphen 

Im Rahmen des Basis­seminars I hatten die Philologinnen und Philologen des Internationalen Doktoranden­kollegs „Philologie“ im Januar 2026 Gelegenheit zur Teilnahme an einer von Prof. Martin Stadler (JMU Würzburg) geleiteten Führung durch das Staatliche Museum für Ägyptische Kunst in München. Prof. Stadler ist Ägyptologe und PI im Kolleg. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in das ägyptische Schrift­system und dessen historische Entwicklung. Auf Grundlage einschlägiger Einführungs­literatur zur ägyptischen Schriftlichkeit und ihren Konventionen wurde die hieroglyphische Schrift in ihrer Band­breite erschlossen.

Ägyptisches Schrifttum zwischen Materialität, sozialer Praktik und Ritualgegenstand

Die Bandbreite reichte von Votiv-Biographien und funerären Texte, die über mehrere Jahrtausende hinweg immer wieder redigiert wurden, bis hin zu unlesbaren „Pseudo­glyphen“ aus Römischer Zeit. Somit konnte ein großes Spektrum der historischen Entwicklung und Anwendungs­breite der ägyptischen Hieroglyphenschrift abgedeckt werden. Die Forschenden aller Disziplinen stellten zahlreiche interessierte Fragen zu diversen Bereichen der Schrift- und Schreiber­kultur des alten Ägypten. Besonders das Verhältnis des Schreibers zum Text, sowie die Wirkung des Textes auf die Betrachtenden wurden hervor­gehoben. Dass Texte von sich aus und unabhängig vom Schreiber auch jenseits primärer Lesbarkeit Wirk­mächtigkeit erlangen konnten, faszinierte die Gruppe der Promovierenden, Assoziierten, und Postdocs des Internationalen Doktoranden­kollegs „Philologie“.

Hieroglyphen und Kultobjekte

Neben den Hieroglyphen in unterschiedlichen Kursiv­schriften betrachteten die Philologinnen und Philologen auch eine der sehr selten erhaltenen, falken­förmigen Kult­statuen aus Ägypten. In einem Ausstellungs­raum mit vielen anthropo­morphen Särgen und einem langen Totenbuch­papyrus nutzte Erik Kiesel (JMU Würzburg), einer der Promovenden des Kollegs, die Gelegenheit, anhand zweier Objekte des Museums einen Teil der Grundlage seines Promotions­projektes vorzustellen. 

Wir danken Prof. Martin Stadler sowie dem Team des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst herzlich für die interessanten Einblicke! 

Text: Erik Kiesel, Promovend des Doktorandenkollegs Philologie