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Winter School der Translational Medicine

Vom 23. bis 24. Januar 2026 brachte die 8. Joint Winter School „Translational Medicine and Clinical Science“ am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) Expertinnen und Experten mit Nachwuchsforschenden zusammen. Im Zentrum stand die interdisziplinäre Betrachtung der Herzinsuffizienz, von der Genetik zur digitalen Therapie.

Die Komplexität entschlüsseln: Genetik und Immunität

Unter dem Leitthema „Mechanisms, treatment and innovative approaches“ bot die Veranstaltung einen tiefen Einblick in das komplexe Krankheits­bild der Herz­insuffizienz. Den Auftakt bildete eine Führung durch die Core Facilities des DZHI unter Leitung von Prof. Christoph Maack. Nach diesem Einblick in die Infra­struktur wurde das wissenschaftliche Programm mit einem umfassenden Blick auf die "Epidemie" Herz­insuffizienz eröffnet. Prof. Stefan Störk (DZHI, Würzburg) hob die Komplexität der Erkrankung hervor, die häufig von Komorbidi­täten bestimmt wird und eine präzise Phäno­typisierung erfordert.

Ein Schwerpunkt lag auf den biologischen Ursachen der Erkrankung: Prof. Brenda Gerull (DZHI, Würzburg) erörterte die genetischen Ursachen von Kardio­myopathien und die rasante Entwicklung diagnostischer Verfahren wie dem Next Generation Sequencing. Sie skizzierte zukunfts­weisende Therapie­ziele, darunter Genersatz- und Gene-Editing-Technologien, die Hoffnung auf die Korrektur erblicher Defekte geben.

Mit einem Wechsel der Perspektive hin zur translationalen Forschung untersuchte Prof. Gustavo Ramos (DZHI, Würzburg) die körper­eigene Immun­antwort auf Herz­verletzungen. Sein Vortrag über die Rolle von Makrophagen und T-Zellen bei der Gewebe­reparatur verdeutlichte, wie das Immunsystem zur Unterstützung der kardialen Heilung genutzt werden könnte. Dieser inter­disziplinäre Ansatz wurde von Dr. Jorge Pagola (Vall d'Hebron, Barcelona) vertieft, der die kritische "Herz-Hirn-Interaktion" beleuchtete – insbesondere den Zusammen­hang zwischen Herz­insuffizienz, Vorhof­flimmern und Schlaganfall­risiko.

Innovative Therapien und digitale Transformation

Der zweite Tag widmete sich neuen Behandlungs­strategien und der digitalen Zukunft der Medizin. PD Carolin Morbach (UKW, DZHI, Würzburg) stellte das Beispiel der Amyloidose vor und zeigte auf, wie sich eine einst fatale Diagnose dank innovativer Substanzen zu einer behandel­baren Erkrankung wandelt.

Ein besonderes Highlight war die Integration digitaler Werkzeuge in die Therapie. Prof. Rüdiger Pryss (JMU, IKE-B, Würzburg) erläuterte das Potenzial medizinischer Apps, wie etwa digital unterstützte 6-Minuten-Gehtests mittels Smartphones und Wearables. Diese Technologien zielen darauf ab, die Lücke zwischen dem klinischen Umfeld und dem Alltag der Patienten zu schließen. Innovation erfordert jedoch auch Infrastruktur und Vertrauen. Prof. Claudia Hanson (Karolinska Institutet, Stockholm) bot einen vergleichenden Blick auf das "Öffentliche Vertrauen in Gesundheits­daten" am Beispiel des schwedischen Modells umfassender Qualitäts­register.

Im Bereich der Versorgungs­strukturen stellten Prof. Stefan Störk und Martha Schutzmeier (JMU, IKE-B, Würzburg) das Projekt „HI-PLUS“ vor. Diese bundesweite, cluster-randomisierte Studie untersucht, ob die Versorgung bei Herzinsuffizienz durch ein optimiertes Case Management unter Einbeziehung von spezialisiertem nicht-ärztlichem Fachpersonal (HI-MFA) und einer eHealth-Plattform verbessert werden kann. Ziel ist es, die Versorgungs­qualität zu steigern und Krankenhaus­aufenthalte zu reduzieren. Abschließend diskutierte Prof. Frank Breuckmann (Klinikum Kitzinger Land) die Organisation von Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen, um bessere Übergänge in der Versorgung sicherzustellen.

Neben den Experten­vorträgen diente die Winter School als lebendige Plattform für die nächste Generation von Forschenden. In einer eigenen Postersession präsentierten Studierende des Elitestudiengangs „Translational Medicine“ weitere Themen rund um die Herzinsuffizienz und regten damit lebhafte Diskussionen an. Prof. Peter Heuschmann (JMU, IKE-B, Würzburg) beschloss die Veranstaltung mit der Betonung, dass die Bewältigung der Herzinsuffizienz eine gemeinschaftliche Anstrengung erfordert.

Text: Steffi Jírů-Hillmann, Elitestudiengang „Translational Medicine“