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News from the Research Scholarship holders and the International Junior Research Groups

Konferenzreise der Nachwuchsforschergruppe von Dr. Schiegg

Die im September 2017 an der FAU Erlangen-Nürnberg neu gegründete Internationale Nachwuchsforschergruppe „Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte“ unter der Leitung von Dr. Markus Schiegg führte Anfang Oktober ihre erste gemeinsame Archiv- und Konferenzreise durch.

Die Nachwuchsforschergruppe "Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte"

Vor dem Staatsarchiv

Im Staatsarchiv Hamburg sichteten wir zunächst 40 Patientenakten des frühen 20. Jahrhunderts aus der "Irren-Kolonie" Langenhorn. Dabei erfassten wir persönliche Briefe der Patienten, nahmen Metadaten zu Lebenslauf und Krankheitsgeschichte der jeweiligen Schreiber auf und bestellten zuletzt Kopien der interessanten Funde. Besonders relevant für uns sind dabei Briefe mit typisch norddeutschen Sprachmerkmalen oder auffälligen Verschlechterungen des Schriftbilds im Laufe der Krankheit. Diese Briefe werden wir transkribieren, in unser Korpus einfügen (http://copadocs.de - Corpus of Patient Documents) und sprachlich analysieren.

Von 5. bis 6. Oktober fand das 8. Kolloquium "Forum Sprachvariation" der IGDD und das 6. Nachwuchskolloquium des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg statt. Im Rahmen dessen hielten wir einen Vortrag zum Thema "Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte. Variation in historischen Patientenbriefen", in welchem wir unser Projekt vorstellten, auf Ziele, Forschungsvorhaben und technische Umsetzung des Korpusaufbaus eingingen und zuletzt Beispielanalysen zu Code-Switching präsentierten. Nach weiteren Vorträgen zur historischen Linguistik, mittelniederdeutschen Syntax und Variation in der Schriftsprache endete der Tag mit einem Abendessen im Hamburger Traditionsrestaurant Brodersen.

Der zweite Tag des Kolloquiums beinhaltete Vorträge zu den Themen Laienlinguistik, Sprache und Identität sowie Dialekt und Regionalsprache, während der Sturm Xavier über Norddeutschland tobte. Nach Abschluss der Tagung besuchten wir die Elbphilharmonie. Dort kamen wir in den Genuss einer Aufführung von Mozarts Requiem mit einer Einleitung durch Witold Lutosiawskis "Musique funèbre" und einer Zugabe des Chorals "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" von Bach unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Nach diesem schönen Abschluss konnten wir unsere abenteuerliche Heimreise vom sturmgeplagten Norddeutschland in den Süden antreten.

Sabrina Freund, Doktorandin der Nachwuchsforschergruppe

veröffentlicht am