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Aktuelles aus dem Max Weber-Programm

Schnee, Protest und Kunst: Neujahrsempfang 2017

Der traditionelle Neujahrsempfang des Max Weber-Programms fand am 15. Januar 2017 im Schloss Nymphenburg in München mit rund 360 Gästen statt. Die Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Programm rund um das neue Jahresthema #Ohne mich. Gesellschaft zwischen Rückzug, Teilhabe und Protest.

Stipendiaten, Alumni, Mentoren, Vertreter der Studienstiftung und des Bayerischen Staatsministeriums kamen am 15. Januar 2017 zum traditionellen Neujahrsempfang des Max Weber-Programms im verschneiten Schloss Nymphenburg zusammen. Der Neujahrsempfang bietet, neben zahlreichen Gesprächen und viel Wiedersehensfreude unter den rund 360 Gästen, einen festlichen Rahmen, um das Jahresthema des Max Weber-Programms einzuläuten. Für 2017 hat sich das Programm das von den Stipendiaten angeregte Thema #Ohne mich. Gesellschaft zwischen Rückzug, Teilhabe und Protest vorgenommen.

Jahresthema 2017 #Ohne mich. Gesellschaft zwischen Rückzug, Teilhabe und Protest
Das neue Jahresthema wurde erstmals von den Stipendiaten selbst eingebracht. Nach einem allgemeinen Aufruf gingen über 200 Vorschläge ein, aus deren Schwerpunkten das neue Jahresthema herausgefiltert wurde. Das Jahresthema wird sich nun als roter Faden durch verschiedene Veranstaltungen des Max Weber-Programms im Jahr 2017 ziehen. Grußworte, Festvortrag und das Bühnenprogramm der Stipendiaten boten beim Neujahrsempfang erste Ideen und Impulse.

Ministerialdirigent Dr. Johannes Eberle vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst begrüßte die Gäste zur Eröffnung. In seinem politisch geprägten Grußwort hob er die hohe zusätzliche finanzielle Unterstützung der Universitätslandschaft durch die Bayerische Landesregierung hervor und rief die Stipendiaten auf, „gerade in Zeiten postfaktischen Denkens“ Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Als Vertreter des Vorstandes der Studienstiftung des deutschen Volkes stellte Professor Dr. Carl-Friedrich Bödigheimer die Wissenschaft in den Mittelpunkt seines Grußworts. Er betonte die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Bayern und der Studienstiftung, die sich u.a. in der gegenseitigen Öffnung der Akademien von Studienstiftung und Max Weber-Programm zeige sowie in der ansehnlichen Zahl ehemaliger Max Weber- Stipendiat/-innen in der Promotionsförderung der Studienstiftung. Zugleich erinnerte Professor Bödigheimer an die Bedeutung vertiefter wissenschaftlicher Auseinandersetzung für den individuellen Bildungsweg.

Einen inhaltlichen Einstieg in das Jahresthema bot der Festvortrag „Protest! Zur Entwicklung sozialer Bewegungen in Deutschland“ von Professor Dr. Thomas Kern von der Universität Bamberg. Mit Methoden der empirischen Sozialforschung zeigte der Soziologe die Entwicklung sozialer Bewegungen in Deutschland auf und die Ausbildung einer produktiven Protestkultur seit den 1950er Jahren. Unter Rückgriff auf die Sozialtheorie Max Webers verdeutlichte Professor Kern, dass Konflikte einen unverzichtbaren Aspekt des sozialen Miteinanders bilden, Protestbewegungen in diesem Zusammenhang wichtige inhaltliche Ideengeber sein können und damit eine unverzichtbare Quelle sozialen Wandels darstellen. Das Vermögen, auch den öffentlichen Ausdruck widerstrebender Meinungen in das gesellschaftliche Ganze zu integrieren, zeichne die deutsche Demokratie aus. Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Professor Kern Fragen aus dem Plenum.

Von Stipendiaten für Stipendiaten
Das Nachmittagsprogramm des Neujahrsempfangs begann diesmal mit einem Novum. Erstmalig wurde ein Stipendiat für sein besonderes Engagement für das Max Weber-Programm ausgezeichnet. Der neue Preis für den „Weber des Jahres“ ging an Robert Heyn von der FAU Erlangen-Nürnberg. Ansonsten war die Bühne am Nachmittag für die Beiträge der Stipendiaten zum Jahresthema reserviert.

Den Anfang machte Alexander Mihatsch von der Hochschule für Philosophie in München mit einem Vortrag über Demokratie und die Bedeutung der Meinungsfreiheit für eine liberale Gesellschaft. Die Journalismus-Studentin Lilly Maier berichtete per Video aus New York über die dortigen Anti-Trump Proteste. Einen Einblick in die digitale Welt und die dortigen Möglichkeiten von Partizipation und Protest bot Kerstin Jacob von der Universität Bamberg mit ihrem Beitrag über Slacktivismus und unser Klick-Verhalten im Netz. Franziska Tachtler, Alumna des Max Weber-Programms, begleitete die Veranstaltung den gesamten Tag über mit ihrer interaktiven Installation zum Thema „Kritischer Konsum“. Diese sollte nicht nur zum Nachdenken über Konsumverhalten anregen, sondern grundsätzlich über die eigene aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen.

Begleitet wurde das Bühnenprogramm von musizierenden Stipendiatinnen und Stipendiaten, die von Jazz bis Klassik ein abwechslungsreiches Programm boten. Darunter ein „Jazz-Trio“, das auf dem mittlerweile traditionellen Musikwochenende zu Jahresbeginn neu gegründet wurde.

Der Neujahrsempfang endete wie er begonnen hatte: Bei traumhaft sonnigem Winterwetter in der malerischen Kulisse des Schlosses Nymphenburg mit vielen anregenden Gesprächen zwischen Stipendiaten, Alumni und Mentoren.

 

Text: Dr. Anke Dörner und Marina Hrkac
Fotos: Florian Freund

veröffentlicht am