ELITE NETZWERK BAYERN

English  Sprachen Icon  |  Gebärdensprache  |  Leichte Sprache  |  Kontakt


Aktuelles aus dem Max Weber-Programm

max_forward: der Neujahrsempfang 2018

Am 14. Januar 2018 lud das Max Weber-Programm zum traditionellen Neujahrsempfang ins Schloss Nymphenburg in München ein. Etwa 270 Stipendiat/-innen, Ehemalige sowie zahlreiche Mentor/-innen folgten der Einladung.

Auch in diesem Jahr standen wieder die Verkündung und Vorstellung des Jahresthemas im Mittelpunkt der Veranstaltung, die den Auftakt in das Max Weber-Jahr 2018 bildete. Das Thema „max_forward: Mobilität im Wandel“ bot allen Vortragenden ausreichend Raum für Interpretation und Präsentation. So eröffnete Ministerialdirigent Dr. Johannes Eberle die Veranstaltung mit einem Grußwort, in dem er das Jahresthema mit dem interdisziplinären Besteck der Hermeneutik, Geschichte, Forschungspolitik, Technikfolgenabschätzung und Linguistik sezierte und analysierte. Ihm folgte Prof. Dr. Ansgar Büschges, der als Vorstandsmitglied der Studienstiftung des deutschen Volkes die Anwesenden begrüßte. Als Direktor am Zoologischen Institut des Biozentrums der Universität zu Köln erforscht er die neuronale Steuerung von Fortbewegung. In seiner zusätzlichen Funktion als federführender Vertrauensdozent der Studienstiftung an diesem Hochschulstandort reflektierte er die besondere Rolle der Vertrauensdozent/-innen in der Studienstiftung bzw. der Mentor/-innen im Max Weber-Programm im Kontext der Individualförderung. Davon ausgehend ermutigte er die Stipendiat/-innen, das Angebot in Zukunft noch stärker wahrzunehmen und mitzugestalten.

Einen Impuls in Richtung Mitgestaltung gab die Zusammensetzung des Panels, das sich dem Grußwort von Prof. Büschges anschloss. Neben Prof. Dr. Stephan Rammler, der sich am Lehrstuhl für Transportation Design & Social Sciences an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig mit Mobilitätsfragen an der Schnittstelle zur Nachhaltigkeit beschäftigt, saßen mit Jana Werner und Tobias Hauser zwei Stipendiat/-innen des Max Weber-Programms. Sie gestalteten mit ihren Fragen den Vortrag von Prof. Rammler dialogisch. Auch hier stand die Mobilität im Zentrum des Gesprächs: Humorig und entspannt erläuterte Prof. Rammler die Unterschiede von zirkulärer, residenzieller und sozialer Mobilität, um dann einen Blick in die Zukunft zu werfen und seine zwei Szenarien eines mobilen Wandels zu beschreiben. In einem ersten Szenario bleibe alles, wie es sei. Ohne große Treiber werde es keine Transformation geben, ohne sie behalte das Bestehende die Macht über die Zukunft. Nachhaltigkeit spiele hier jedoch auch keine Rolle. Dies ändert sich in seinem zweiten, visionellen Szenario: Es ist geprägt von einer intermodalen Mobilität, von einer Abkehr des Eigenbesitzes und einer Zuwendung zu einer gemeinsamen Nutzung von Mobilitätsprodukten. Allerdings, und das forderte Prof. Rammler sehr deutlich, sei es notwendig, dass die Politik hier große Verantwortung übernehme und die Veränderung aktiv in die Wege leite. Auch wir als Konsumenten seien in der Verantwortung, eine Transformation einzuleiten. Nur durch den Verzicht sowohl auf ein eigenes Auto als auch auf Fleisch habe Nachhaltigkeit eine Chance. In diesem Zusammenhang bezeichne max_forward nicht nur die Weiterentwicklung, sondern auch ein „smart backward“, ein Überdenken bisheriger Entwicklungen. Prof. Rammler appellierte an die Stipendiat/-innen: „Elite“ bedeute auch eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft.

Der zweite Teil der Veranstaltung war geprägt von stipendiatischen Aktivitäten. Den Auftakt machte die Verleihung der Auszeichnung „Webers des Jahres“. Sie ging für 2017 an Tobias Hauser, der am Vormittag als Panelteilnehmer bereits engagiert mitdiskutiert hatte. In seinen Dankesworten forderte er seine Mitstipendiat/-innen auf, sich ebenfalls mit Ideen an der Programmgestaltung zu beteiligen. Wie viele Ideen gerade auch zum Jahresthema im Stipendiatenkreis existieren, machten die vier nachfolgenden Vorträge deutlich. Melanie Scheckenbach stellte ein Thema aus ihrem Masterstudium vor: den Tunnelbau und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen beim Großprojekt Stuttgart 21. In eine andere Dimension der Mobilität führte im Anschluss die Alumna Niao Wu ein, die sich bei der BMW AG beruflich mit Mobilität in der Arbeitswelt befasst. In luftige Höhen entführten schließlich die letzten beiden Vortragenden ihre Zuhörer: Benjamin Bachmaier stellte sein Promotionsprojekt zu zivilen Langstreckendrohnen vor. Georg Balke erzählte vom Rausch der luftigen Geschwindigkeit, dem geplanten Bau seiner Renndrohne. Mit ihr will der Maschinenbauer an der TU München auch neue Leichtbaukonzepte testen.

Es waren aber nicht nur die Wortbeiträge, die im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs standen, sondern natürlich auch die musikalischen Beiträge aus den Reihen der Stipendiat/-innen. Vincent Neeb rahmte den Empfang mit Klavierstücken der Wiener Komponisten Johannes Brahms und Arnold Schönberg. Er zeigte eindrucksvoll, warum der Student der Mathematik, der Physik und des Klaviers bereits mit 19 Jahres Preisträger zahlreicher renommierter Wettbewerbe ist. Auch das Streichquartett mit Katharina Bauer, Abelina Ellert, Maximilian Stegemeyer und Lukas Schamriß, das sich erst wenige Tage zuvor beim Musikwochenende zusammengeschlossen hatte, konnte den Hubertussaal mit einem dynamisch vorgetragenen ersten Satz aus Felix Mendelssohns letztem Streichquartett für sich gewinnen. Lucia Swientek schließlich entlockte so manchem Zuhörer ein erkennendes Lachen, als sie mit ihrer Barockvioline Nachtigall, Henne, Hahn und Katz lautmalerisch zum musikalischen Leben erweckte und dabei ihren Solovortrag ebenso virtuos wie sicher gestaltete.

Es war ein rundum gelungener, unterhaltsamer, aber auch informativer Tag, der bei Kaffee, Kuchen und angeregten Gesprächen ausklang. Auf ein gutes Max Weber-Jahr 2018!

Text: Nina Hürter und Johannes Hätscher, Max Weber-Team
Foto: Florian Freund

veröffentlicht am