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Aktuelles aus dem Max Weber-Programm

Ftan’sche Rezeptur – Sommerakademie August 2016

Man nehme ein wunderschönes Schulgebäude – ein wenig oberhalb von dem zauberhaften Örtchen Ftan gelegen – und fülle es mit zwei warmherzigen und engagierten Referent/-innen, vierzehn kompetenten und motivierten Dozent/-innen und knapp über 100 interessierten Stipendiat/-innen. Das Ergebnis waren zwei kurzweilige Wochen mit anregenden Diskussionen über teilweise sehr komplexe Themen, interessanten Abendvorträgen, die einem den Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichten, und neuen Bekanntschaften. Das Sahnehäubchen war schließlich noch der Besuch des Präsidenten der Studienstiftung, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann, der sich viel Zeit für Gespräche mit den Stipendiat/-innen nahm und sie dabei an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben ließ.

Die sieben Arbeitsgruppen zu ganz unterschiedlichen Themen, u.a. „Manifest Lernen 2100“, „Europe on the Edge“ „Geometrie im Unendlichen“ oder „Homo oeconomicus, Heuristiken und Nudges, das Recht als Instrument zur Verhaltens­steuerung“, begeisterten jeweils ihre Teilnehmer. Einen Einblick in die Themenfelder der anderen Kurse lieferten die Abendvorträge. Im Anschluss daran fanden Diskussionen statt, die teilweise hitzig geführt wurden und die Möglichkeit boten, Fragen zu den einzelnen Themenbereichen zu stellen. Zudem konnte man immer danach noch weiter mit den Dozenten ins Gespräch kommen. Der Schaufenster-Abend am Ende der zweiten Woche diente schließlich dazu, den anderen Gruppen die eigene Arbeit im Workshop auf eher humorvolle Weise darzustellen.

Verwöhnt wurden die Stipendiat/-innen durch die Küche mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und zwei leckeren warmen Mahlzeiten, die stets mit frischem Salat und einem Nachtisch abgerundet wurden. Mit Kaffee und Tee wurden wir in der Vormittagspause versorgt, in der weiter über die Themen aus den Arbeitsgruppen diskutiert wurde und man sich mit den Teilnehmern anderer Arbeitsgruppen über deren Inhalte austauschte.

Stets äußerst freundlich und zuvorkommend war der Empfang im Sekretariat, in dem man nicht nur mit Adapter und Schlüssel ausgestattet wurde, sondern auch im Bedarfsfall Hilfe mit Rat und Tat erhalten konnte.

Das Freizeitangebot ist so vielfältig, dass es schon beinahe schwierig ist, in den zwei Wochen alles unterzubringen. Eine Turnhalle, eine Tischtennisplatte und mehrere Kicker laden die Teilnehmer ein, sich sportlich zu betätigen. Für alle, die gerne das Tanzbein schwingen, bietet die Aula die perfekte Ausstattung mit Musikanlage und viel Platz. (Mitgebrachte Tanzschuhe sind hier eine angenehme Erleichterung.) Andere Innenaktivitäten waren Improvisations­theater und Musizieren sowie für den Abend Gesellschaftsspiele wie Werwolf oder einfach gemütliches Beisammensitzen mit unterhaltsamen Gesprächen.

Beinahe unbegrenzt sind die Möglichkeiten im Freien: Ballspiele wie Fußball oder Tennis; wer gerne sein Gleichgewicht trainiert, kann dies auf der Slackline tun oder auf dem Trampolin mit einem grandiosen Panoramablick auf die Berge gen Himmel springen. Ein Muss sind freilich die Wanderungen vom hochalpinen Institut aus, bei denen Wanderschuhe unbedingt erforderlich sind, sobald man über die Alp Laret hinaus wandern will, zu der sich ein sehr schöner Waldweg emporschlängelt. An den Nachmittagen kann man viele hübsche Wanderrouten erkunden, zum Beispiel in die Nachbarorte Ardez und Scuol, aber auch weiter nach oben auf die Gipfel, bei denen man die Augen offen halten sollte für die vielen schönen Pflanzen, die zahlreichen Murmeltiere und Gämsen. Ein Sprung ins eiskalte Wasser des Bergsees Lai da Minschun auf 2642 Metern Höhe lohnt sich auf jeden Fall, um sich anschließend von der Sonne bei einem kleinen mitgebrachten Picknick wieder aufwärmen zu lassen. Die Wanderungen sind zudem die perfekte Möglichkeit, einander kennenzulernen und die Grenzerfahrung beim Wandern über einen Grat mit stückweisen Kletterpartien, beim Rutschen über Schneefelder und beim Baden in eiskalten Bergseen, um schließlich einen (oder mehrere) der 3000er zu erklimmen, kann ein festes Band der Freundschaft knüpfen, das auch über die zwei Wochen hinaus erhalten bleibt. Ein besonderes gemeinsames Erlebnis ist die Übernachtung auf einer der zahlreichen Berghütten, für die am Wochenende die Möglichkeit besteht.

Der bunte Abend am letzten Tag der Akademie bildete den krönenden Abschluss. Diesen gestalteten die Stipendiaten mit ganz unterschiedlichen Beiträgen, einem Chor mit dem Lied „Skyfall“, verschiedenen Musikstücken mit Flöten und/oder Klavier und einer in Ftan zusammengestellten Tanzformation, die ein Potpourri aus verschiedenen Gesellschaftstänzen vorführte.

Überaus bereichernd kann auch der Besuch eines Gottesdienstes in der Ftaner Kirche sein, die einen ganz eigenen Charme besitzt.

Insgesamt bot die Akademie genau die richtige Mischung aus fachlichem Input durch Workshops und Abendvorträge einerseits und Freizeit mit tollen Möglichkeiten für die Gestaltung auf der anderen Seite.

Herzlichen Dank für zwei wundervolle Akademiewochen!

Text und Fotos: Pia Schönrich, Jura, Universität Bayreuth

veröffentlicht am