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Aktuelles aus dem Max Weber-Programm

Exkursion „Das Wattenmeer – Energieversorgung im Wandel“

Vom 2.-5. November 2016 ging es mit Gummistiefeln und Durchhaltevermögen in den hohen Norden. Von der Besichtigung des Kernkraftwerks in Brunsbüttel bis zum Besuch einer Seehundstation erlebten 23 Stipendiatinnen und Stipendiaten eine spannende Exkursion an die Nordsee.

Nach einer langen Zugfahrt aus München und Nürnberg begann die Exkursion in Brunsbüttel mit einem einstündigen Spaziergang im strahlenden Sonnenschein zum Kernkraftwerk. Dieser beinhaltete sogar eine Kanalüberquerung mit der Fähre. Im Kernkraftwerk wurden wir von Herr Olaf Hiel von der Firma Vattenfall empfangen und nach einem spannenden Vortrag über die Geschichte des Kraftwerks, Kernkraft im Allgemeinen, den geplanten Rückbau und die Energiewende, mit einem üppigen Mittagessen verpflegt. Aufgrund der vielen offenen Fragen gab es vor und auch während der Mahlzeit  zahlreiche angeregte Diskussionen zum Thema Kernkraft. Danach erhielten wir noch eine kleine Führung auf den angrenzenden Deich zur Elbe mit Ausblick auf die Anlage und das Zwischenlager.

Mit einem gecharterten Bus ging es auf der Hochbrücke vorbei an zahlreichen Windanlagen über den Nord-Ostsee-Kanal ins mariCube nach Büsum. Dies ist ein „Zentrum für betreutes Gründen“ für Unternehmen mit Bezug zur maritimen Biotechnologie. Einige der dort ansässigen Firmen haben sich uns persönlich vorgestellt. Die GMA (Gesellschaft für maritime Aquakultur) bot uns anschließend noch eine Führung durch die Forschungslabore. In diesen befinden sich im Moment geschlossene Aquakulturen zur Erforschung von Zandern und Tilapien.

Im strömenden Regen ging es dann wieder Richtung Brunsbüttel zu unserer Unterkunft.

 „Gummistiefel raus und los“ war das Motto des dritten Tages der Exkursion. Gut eingepackt gegen das kalte Wetter des Nordens ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Friedrichskoogspitze zur Wattwanderung. Abgesehen von zwei bedauernswerten Ausnahmen standen alle mit ihren schönsten Gummistiefeln bereit, um mit unserer Führerin Dr. Ingrid Austen, das Wattenmeer zu erkunden. Über den Deich ging es zuerst durch tiefen Schlick und kaltes Wasser bis wir das Sandwatt erreichten. Dort gruben wir nach den Bewohnern des Wattes, wie z.B. dem Wattwurm und der Sandklaffmuschel. Anschaulich und mit viel Begeisterung für den Nationalpark Wattenmeer erklärte uns Frau Austen die Diversität und Einzigartigkeit dieses Lebensraums.

Im Bus und zu Fuß ging es mit unseren geputzten Gummistiefeln weiter  zur Windkraftanlage Kaiser Wilhelms-Koog. Dort konnte man die Gondel einer stillgelegten rund 25-jährigen Anlage besichtigen. Außerdem erhielten wir einen Vortrag über die Funktionsweise und den aktuellen Stand der Windenergietechnik.

Die Führung endete an den Schleusen Brunsbüttels. Die  vier Schleusen verbinden den Nord-Ostsee-Kanal, die zahlenmäßig am häufigsten frequentierte Schiffsstraße der Welt, mit der Elbe. Auch hier konnte Dr. Austen zahlreichen Informationen über die Wirtschaft und die heimische Industrie bieten. Den erlebnisreichen Tag beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen in der Strandhalle Brunsbüttel. Hier hatten wir die Gelegenheit typisch norddeutsches Essen zu kosten und mit regionalen Getränken zu ergänzen.  

Der letzte Exkursionstag stand ganz im Zeichen der Säugetierwelt des Wattes. Im Anschluss an eine Fütterung in der Seehundstation Friedrichskoog erhielten wir einen sehr spannenden Vortrag über den Einfluss von Offshore Windparks auf die maritime Fauna. Die Diplom Meeresbiologin Janne Sundermeyer berichtete über die aktuelle Forschung zum Thema „Auswirkungen von Schallemissionen auf die maritimen Lebensräume“. Eine zweite Fragestellung war die Erforschung der Verhaltensweise der Tiere, insbesondere von Seehunden und Kegelrobben, mittels GPS. Belastbare Resultate liegen dabei noch nicht vor, da sich die Forschung über lärminduzierte Verhaltensänderungen von den ansässigen Meeresbewohnern noch in der Anfangsphase befindet.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei den beiden Organisatoren Stefanie Fenkl und Alicia Göpner, sowie dem ganzen Team des Max Weber-Programms, die uns diese erlebnisreiche und spannende Nordsee Exkursion ermöglicht haben, bedanken.

Text: Theresa Gräfe mit Stefanie Pillhofer, Marco Heisig, Daniel Ziegler und Sebastian Ziegler
Fotos: Paula Großmann und Johannes Gawron

veröffentlicht am