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Aktuelles

16.01.2016

Neujahrsempfang 2016 - Stadt und Land im Fluss

Rund 330 Gäste erfuhren beim Neujahrsempfang des Max Weber-Programms am 9. Januar 2016 in der Aula der LMU München viele positive Neuigkeiten: Der erste Schritt zur Erhöhung der Bildungspauschale ist getan, die Studienstiftung öffnet endgültig ihre Sommerakademien für MWP-Stipendiaten und das Max Weber-Programm hat ein neues Jahresmotto.

Neujahrsempfang 2016[Bildunterschrift / Subline]: Vier Geförderte läuteten den Neujahrsempfang mit Jazz-Klängen ein (Foto: Florian Freund)

Mit der Komposition Strasbourg-St. Denis von Roy Hargrove entführte ein stipendiatisches Jazz-Quartett die Gäste zu Beginn der Veranstaltung in das belebte Pariser Nachtleben rund um die gleichnamige Métro-Station. Dieser großartige Auftakt des Neujahresempfangs 2016 stimmte zugleich auf das neue Jahresthema des Max Weber-Programms ein:“ Stadt und Land im Fluss“. Neben dem angeklungenen Großstadtfeeling kam am Nachmittag auch die ländliche Seite des Max Weber-Programms  nicht zu kurz – aber dazu später mehr.

Gute Neuigkeiten zum neuen Jahr

Zunächst stellte sich der neue Ministerialrat des Bayerischen Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Johannes Eberle, den Anwesenden mit einem Grußwort vor. Er hatte zu seinem Einstand auch gleich ein Überraschungsgeschenk für die Stipendiaten mitgebracht: Die Bildungspauschale wird ab Herbst 2016 schrittweise angehoben. Ab dem Wintersemester 2016/2017 erhalten alle Geförderten des MWP 215 Euro monatlich statt den vorherigen 150 Euro. Ein zweiter Erhöhungsschritt soll im Haushaltsjahr 2017/18 folgen.

Dr. Annette Julius, die Generalsekretärin der Studienstiftung, weckte in ihrem Grußwort die Neugier auf die vielen kommenden Veranstaltungen im gerade begonnenen Max Weber-Jahr: Eine Kurztagung wird es beispielsweise speziell für Stipendiatinnen und Alumnae geben und auch das Kontaktseminar Wirtschaft erfährt eine zweite Auflage. Die MWP-Sommerakademien in Ftan, Ljubljana und Lichtenfels zeigen sowohl Ruhe suchenden Naturliebhabern als auch Freunden städtischer Betriebsamkeit ein vielfältiges Angebot auf. Wem diese Auswahl noch nicht reicht, der hat zukünftig auch die Möglichkeit auf eine Sommerakademie der Studienstiftung zu fahren, denn diese hat ihre 17 Akademien nun auch für MWP-Stipendiaten geöffnet und stellt ihnen jeweils 10 Plätze zur Verfügung.

Anschließend brillierte der Stipendiat Andreas Noll mit einer eindrucksvollen Interpretation der Nocturne in C-Moll von Chopin am  Flügel, die den ausladenden und historisch bedeutsamen Aulasaal der LMU gänzlich ergriff.

Saal[Bildunterschrift / Subline]: Aulasaal der LMU München (Foto: Florian Freund)

Die Wohnungsfrage neu gestellt

Beim Festvortrag zum Thema „Habitat- die Wohnungsfrage“ begaben sich die Zuhörer auf eine gedankliche Reise durch die urbanen Wohnstrukturen verschiedener Länder und Epochen. Von den eigenwilligen Formationen indischer Slums und  brasilianischer Favelas bis zu den Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus im Europa des 20. Jahrhunderts führte die Lehrstuhlinhaberin für Städtebau und Regionalplanung der TU München, Prof.  Dr. Sophie Wolfrum. Im Mittelpunkt des Vortrags stand der aktuell neue Bedarf an bezahlbarem (groß-) städtischem Wohnraum, der nicht zuletzt seit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen in Europa in den Fokus gerückt ist. Moderne Wohnkonzepte und gut realisierbare stadtplanerische Ideen sind wieder gefragt, um dem Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für alle gerecht werden zu können.

Kleine Hochschulorte - große Möglichkeiten

Nach den zahlreichen urbanen Impressionen des Vormittags sollte nach dem Mittagessen das bayerische Landleben in den Mittelpunkt rücken. Fünf verschiedene kleine Hochschulorte mitsamt ihren Besonderheiten und ihrem einzigartigen Charme wurden von Stipendiatinnen und Stipendiaten vorgestellt. Dabei lernten die Gäste nicht nur, dass Kempten die älteste Stadt Deutschlands ist oder dass man in Straubing einen BA „Nachwachsende Rohstoffe“ studieren kann. Auch das Studieren auf dem Dorf wurde den Zuhörern näher gebracht – samt aller Vor- und Nachteile, die das Landleben so mit sich bringt. Ein bisschen Urlaubsstimmung kam beim Anblick saftiger Wiesen und schneebedeckter Berge gleich mit auf.  Dank der zahlreichen Vorträge wurde so manchem Anwesenden noch einmal ins Bewusstsein geholt, über welche lokale Diversität – die vielen Weberianer im Ausland noch gar nicht mitgezählt – unser Programm verfügt.

Vorstellung kleine Hochschulorte[Bildunterschrift / Subline]: Der Stipendiat Stefan Schöll stellt den Gästen die TH Deggendorf vor (Foto: Florian Freund)

Im Anschluss an eine sehr gelungene Darbietung des Trio Nr. 1 in B-Dur von Schubert durch ein stipendiatisches Streichertrio stellte sich der im letzten Jahr neu gegründete Alumni-Verein „Alumni und Freunde des Max Weber-Programms e.V.“ bei den Gästen vor und erläuterte die Vorhaben für das kommende Jahr sowie Möglichkeiten des Engagements.

Bei Kaffee und Kuchen zogen dann einige ehemalige Geförderte einen Beitritt zum Alumni-Verein in Erwägung, während viele Stipendiaten noch rege über die Wohnsituation in München diskutierten. So manch einer dachte vielleicht auch über ein Masterstudium auf dem Land nach, bevor er am Abend in die endlosen Tunnel der Münchener U-Bahn verschwand.

Bericht: Nicole Kreft & Dr. Johannes Hätscher

Bilder: Florian Freund