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Aktuelles

15.04.2016

Salut, ça va? Frühjahrssprachkurse des Max Weber-Programms

Knapp 150 Stipendiatinnen und Stipendiaten nutzen im Frühjahr das Sprachkursangebot des Max Weber-Programms. Dabei lernten sie nicht nur neue Vokabeln und Grammatikregeln, sondern entdeckten auch viele wunderschöne Orte in ganz Europa. Einen Eindruck von der Vielfalt der Erlebnisse vermitteln Auszüge aus Berichten aus Izmir, Valencia, La Rochelle, Lissabon, Amboise und Montpellier.

Izmir[Bildunterschrift / Subline]: Blick auf die türkische Hafenstadt Izmir (Foto: Nathalie Oswald)

Izmir (Türkei)

"Der Sprachkurs des Max Weber-Programms fand im Turkish Language Center Izmir statt, das in der gehobenen Wohngegend "Bostanlı“ liegt. Die Klassenräume der Schule sind, wie auch die Gruppen selbst, relativ klein, was eine angenehme, familiäre Atmosphäre schafft. Sowohl die Lehrerinnen und Lehrer, als auch die Schulleitung sprechen Deutsch oder Englisch, sodass man immer einen Ansprechpartner finden kann. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten einen kurzen Fußweg von der Gastfamilie zur Schule, so auch ich. Beim Abendessen saßen wir immer mit der Familie zusammen und versuchten unsere neuen Türkischkenntnisse anzuwenden. Es herrschte ein sehr lockeres, freundschaftliches Verhältnis. Beim gemeinsamen Kochen oder Teetrinken habe ich schnell mein Türkisch verbessern können." (Nathalie Oswald)

Frühjahrssprachkurse 2016[Bildunterschrift / Subline]: Kurs erfolgreich gemeistert: Nach drei Wochen in Valencia können diese Stipendiaten sich schon gut auf Spanisch verständigen (Foto: Agnes Striegan)

Valencia (Spanien)

"Für drei Wochen reisten wir nach Valencia, eine Stadt an der Mittelmeerküste Spaniens. Und obwohl das Wetter dort natürlich schöner war als in Deutschland und es auch tolle Strände gab – in erster Linie waren wir nicht dort, um faul in der Sonne zu liegen, sondern, um einen Spanischkurs zu absolvieren. Und da wir fast alle komplette Anfänger waren, die kein Wort Spanisch konnten, war der auch bitter nötig! Zu Beginn konnten wir uns nämlich noch nicht einmal wirklich mit unseren Gastfamilien, bei denen wir untergebracht waren, unterhalten; oft mussten Hände und Füße herhalten. Umso erstaunter waren wir, wie viel man tatsächlich in drei Wochen intensiven Unterrichts lernen kann! Diejenigen von uns, die in der Schule schon Französisch oder Italienisch gelernt hatten, taten sich vielleicht etwas leichter, aber auch die anderen hatten bald genug Vokabeln und Grammatik beisammen, um über Vorlieben und Abneigungen, Reisen, Berufe, Hobbys und vieles mehr sprechen und im Restaurant leckere Tapas bestellen zu können." (Agnes Striegan)

La Rochelle[Bildunterschrift / Subline]: Maritimes Flair an der französischen Atlantikküste (Foto: Waldemar Blech)

La Rochelle (Frankreich)

"La Rochelle, einstige Hochburg der Hugenotten, nahm wohl nur wenig Notiz von dem Ansturm des gleichermaßen wissbegierigen wie naschhaften Häufchens frankophiler Stipendiaten des Max-Weber-Programms, das nicht nur Vokabeln, Konjugationsparadigmata und Wendungen in dieser bezaubernden Stadt am Atlantik paukte, sondern auch – gewiss nicht unmerklich! – die städtischen Vorräte an Ziegenkäse und Guignette (fruchtige lokale Weinspezialität) dezimierte. Zur Verteidigung der teutonischen Gourmandise muss jedoch vorgebracht werden, dass angesichts der angeregten Diskussionen im Rahmen des Kurses, die von Benimmregeln über Gemälderezeption hin zu Reflexionen zur eigenen Identität und deren Formung einen erstaunlichen Facettenreichtum offenbarten, Appetit aufkam. Dafür dass der Kalorienbedarf stieg und die Sprechanlässe reich zu Gebote standen, sorgten denn auch kreative Einfälle wie die von den Kursteilnehmern entworfenen und umgesetzten Umfragen, die sie durch den Austausch mit Passanten mit der Frankophonie jenseits der Gastfamilie und der Schule vertraut machen sollten. Nicht zu vergessen sei auch die von der Schule organisierte Exkursion zum Musée du Nouveau Monde, das La Rochelles Rolle als Bindeglied zu den französischen Besitzungen in Übersee aufzeigte und überdies die Geschichte des Kolonialismus spannend nachzeichnete. Überhaupt war die Sprachschule bemüht, das ohnehin mannigfaltige Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten in La Rochelle um eigene Aktivitäten anzureichern." (Waldemar Blech)

Sonnenuntergang an der Küste Portugals[Bildunterschrift / Subline]: Sonnenuntergang an der Küste Portugals (Foto: Dominique Görs)

Lissabon (Portugal)

"Die Sprachschule in Lissabon ist in ei­nem schönen, modernisierten Altbau untergebracht und bietet neben den Klassenräumen auch ei­nen Aufenthaltsraum, eine kleine Küche mit Wasserspender und Snack-Automaten und einen größeren Balkon in Richtung Innenhof. Die Kosten für unsere Schulbücher, in denen wir täglich Haus­auf­gaben aufbekamen, wurden auch vom Max-Weber-Programm übernommen. Unterrichtet wurden wir in kleineren Gruppen von acht bis zehn Personen, mon­tags bis freitags am Vormittag. Die Pause verbrachten wir meistens in einem kleinen Café gleich um die Ecke, in dem der Besitzer gleich jeden Sprachschüler sein neu erworbenes Wissen beim Be­stellen der täglichen Bica (Espresso) unter Beweis stellen ließ. Montags bis samstags organisiert CIAL freiwillige Ausflüge oder andere Veranstaltungen wie Wein­pro­ben und Filmvorführungen. Natürlich kann man auch selbstständig die Stadt und ihre Umgebung entdecken. Vom gemütlichen Eis­essen, über Shoppingtouren durch die Stadt bis hin zum Surf-Unterricht an der Costa da Caparica oder Ta­gesausflügen nach Sintra haben wir vieles unternommen." (Dominique Görs)

Amboise[Bildunterschrift / Subline]: Blick auf die Alstadt von Amboise an der Loire (Foto: Ruth Magdalena Becker / Susanne Stöttner)

Amboise (Frankreich)

"Ein absolutes Highlight war die Unterbringung in den französischen Gastfamilien. Die meisten Gastschüler waren sehr zufrieden mit ihren Gasteltern und verbrachten dort eine schöne Zeit. Jeden Abend wurde man mit einem drei- oder mehrgängigen Menü verwöhnt und lernte dabei auch diverse Spezialitäten der französischen Küche kennen. Viele Familien bemühten sich darüber hinaus, den Aufenthalt für die Gastschüler so angenehm wie möglich zu machen. Die teilnehmenden Studierenden haben sich schnell zu einer Gemeinschaft zusammenschließen können, sodass das Gefühl einer freundschaftlichen Gruppe von Anfang an vorherrschend war. So wurden Freizeit und Abende meist gemeinsam gestaltet und es ergaben sich spannende Diskussionen und nette Gespräche." (Ruth Magdalena Becker und Susanne Stöttner)

Montpellier[Bildunterschrift / Subline]: Luftsprünge am Strand bei Montpellier (Foto: Lucia Swientek)

Montpellier

"An der Sprachschule in Montpellier wurden wir entsprechend unseres Sprachniveaus in Kleingruppen bis zu zehn Personen aufgeteilt, was neben sehr persönlicher Betreuung auch den Kontakt zu Sprachschülern anderer Nationalitäten förderte. Während in manchen Kursen intensiv an Grammatik und Vokabular gearbeitet wurde, lag bei anderen der Schwerpunkt auf Referaten oder aktuellen Zeitungsartikeln. Nachmittags wurden zweimal wöchentlich freiwillige Workshops zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel Redewendungen oder Aussprache, angeboten. Gerade letztere verwandelten sich ohne großes Zutun der Lehrer bald in kurzweilige Zungenbrecher-Wettbewerbe. Nachmittags und an den Wochenenden ging es meist mit unseren neuen Freunden auf Exkursion. Dabei organisierten wir einige der Aktivitäten selbst oder schlossen uns den von der Schule angebotenen und geführten Ausflügen an. Einen ausgeprägten Eindruck von der Kultur Südfrankreichs bekamen wir auf den Spuren van Goghs in Arles, bei einem Konzert in der Oper von Montpellier oder dem Besuch des Papstpalasts in Avignon. Wer vom vielen Laufen nicht schon so lange Beine wie einer der südfranzösischen Flamingos hatte, konnte sich schließlich oberhalb des schönen Dorfs Saint Guilhem le Désert noch auf dem Jakobsweg auslaufen." (Lucia Swientek, Mona Kappes, Simone Tiegs, Moritz Bach)