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Aktuelles

11.07.14

Freud(e) in Wien – Stipendiatenexkursion im Juni 2014

Freuds Psychoanalyse und Wiener Kultur – ein bunt gemischtes Programm unter diesem Motto lockte 25 Stipendiatinnen und Stipendiaten am letzten Juniwochenende in die österreichische Hauptstadt.

 

Bild 1 Exkursion Wien Sprung[Bildunterschrift / Subline]: Ausflug zu Schloss Schönbrunn
Bild 2 Exkursion Wien Museum[Bildunterschrift / Subline]: Besuch im Sigmund Freud Museum

Mit dem Nachtbus aus München kamen wir bereits früh um sechs an und hatten so die Gelegenheit, uns schon etwas umzusehen, bevor wir uns zum Frühstück im Kaffeehaus Hawelka trafen. Hier lernten wir gleich zu Beginn ein wichtiges Element des kulinarischen Wiens kennen und erfuhren interessante Details über die berühmte Wiener Kaffeehaustradition.

Gestärkt mit Buchteln und Apfelstrudel machten wir uns auf den Weg zur psychoanalytischen Klinik. Dort bot uns Klinikleiter Prof. Döring eine Einführung in die Theorie der Psychoanalyse, erklärte verschiedene Fallbeispiele und lud zu einer anregenden Diskussion ein. Den Abend verbrachten die Stipendiaten entweder beim Public-Viewing der Wiener Staatsoper oder auf dem Donauinselfest.

Der zweite Tag begann mit einem Termin in der Psychoanalytischen Vereinigung Wiens. Diese wurde 1908 von Siegmund Freud selbst gegründet und ist heute eine wichtige Institution für psychologische Behandlung sowie auch für Lehre. Diese Themen standen auch im Mittelpunkt der Ausführungen von Frau Dr. Diercks. Die Mittagspause nutzte ein Teil der Gruppe, um im Hotel Sacher Sachertorte und Wiener Melange zu probieren und so einen weiteren Haken auf der kulinarische To-Do-Liste zu setzen.

Anschließend trafen wir uns am Wohnhaus von Siegmund Freud, in dem heute das Siegmund Freu Museum untergebracht ist. Dort wurden wir durch die ehemaligen Wohnräume des Entwicklers der Psychoanalyse geführt und gewannen interessante Einblicke in sein Leben und seine familiären Verhältnisse. Das Museum war auffallend leer – Freud war in unserem Programm zwar durchgehend präsent, aber hier wurde auch thematisiert, unter welchen Umständen der jüdische Wissenschaftler seine Heimat während des Nationalsozialismus verlassen musste und auch viele persönliche Gegenstände mitnahm.

Bild 3 Exkursion Wien Tosca[Bildunterschrift / Subline]: Live Übertragung der Oper Tosca
Bild 4 Exkursion Wien Abend[Bildunterschrift / Subline]: Abendstimmung in Wien

Den restlichen Nachmittag schlenderten wir durch die Wiener Innenstadt. Die Teilnehmer hatten Referate für die Stadtführung vorbereitet, sodass wir einen guten Überblick über die Hauptattraktionen der Stadt erhielten. Nach einigen zusammengelaufenen Kilometern ließen wir den Abend bei einem traditionellen Heurigen im Stadtteil Grinzing ausklingen und kamen in den Genuss einer Brotzeit und einer Weinprobe. Der Hausherr selbst führte uns durch seinen Weinkeller, weihte uns in die Geheimnisse eines guten Weines ein und erklärte nebenbei noch den Sinn des Lebens.

Am Sonntag wurde ein weiterer wichtiger Aspekt des historischen Wiens abgedeckt: Im Schloss Schönbrunn wandelten wir auf den Spuren von Kaiser Franz Josef I. und Kaiserin Elisabeth, besser bekannt unter dem Spitznamen Sisi. Die zweite Hälfte des Stadtrundgangs rundete unser vielseitiges Programm schließlich ab und erst als wir auf dem Rückweg waren, fielen die ersten Regentropfen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren der Fahrt, die uns mit ihrem Engagement und ihrem Einsatz ein wunderschönes, informatives und ereignisreiches Wochenende ermöglicht haben.

Text: Ann-Charlott Stegbauer, Lehramt Anglistik/Geschichte, Universität Bamberg
Fotos: Ludwig Döring, Energietechnik, FAU Erlangen-Nürnberg und Andreas Klaus, Jura, LMU München