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Aktuelles aus den Elitestudiengängen

Peace and Technology: Interdisziplinäre Ausbildung am CDTM

Im Kurs "Peace & Technology" des Elitestudiengangs "Technology Management" forschen und diskutieren die Studierenden des CDTM über Themen an der Schnittstelle zwischen Friedensforschung, Sicherheitspolitik und Technologie. Hierbei werden neue Perspektiven eröffnet und die Ver-antwortung von Technologie-Innovatoren im 21. Jahrhundert hinterfragt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars "Peace and Technology"

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars "Peace and Technology"

Im Frühjahr 2016 wurde am CDTM erstmals der Kurs "Peace & Technology" als Teil des Wahlkursangebotes angeboten.

In dem Kurs konnten sich die Studenten mit verschieden sicherheitspolitischen und philosophischen Fragestellungen befassen, die im Zusammenhang mit Technologiethemen und Innovation stehen. Zentrale Fragen waren beispielsweise: Welchen Einfluss haben neue Technologien auf unsere Sicherheit? Mit was für Chancen und Risiken sind sie verbunden? Wer gestaltet die Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts - und wie sollte diese aussehen? Was ist die Rolle von Erfindern und Innovatoren in diesem Zusammenhang?

Diese weit gefasste Thematik wurde von unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und mittels verschiedener Methoden bearbeitet. An sechs verschiedenen Terminen wurde zunächst von Studenten eine kurze Einführung in das Thema des Abends in Form einer Präsentation gegeben. Die Themen reichten hierbei von "Frieden als ein Wert in verantwortungsvoller Innovation" über die Geschichte des Terrorismus bis hin zu einer Auseinandersetzung mit der Sicherheit-Privatsphäre-Dichotomie. Diese Impulsvorträge wurden anschließend durch einen detaillierten Einblick eines namhaften Experten im betrachteten Gebiet ergänzt. Zu Gast waren unter anderem Prof. Dr. Alfred Nordmann, Professor für Philosophie und Geschichte der Wissenschaften und Technowissenschaften an der TU Darmstadt und Dr. Moritz Weiss vom Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaften. Nach dieser inhaltlichen Einführung konnten die Studenten dann im letzten und zeitlich umfangreichsten Teil jeder Session zu den verschiedenen Themen diskutieren und Erfahrungen austauschen. Aufgrund der kleinen Kursgröße von nur zwölf Studenten und der inhaltlichen Begleitung durch die Experten entwickelten sich schnell lebhafte, bereichernde und teils sehr kontroverse Diskussionen.

In einer Fallstudie zu Beginn des Kurses wurden zusätzlich die grundlegenden Fragestellungen und Problemfelder des Kurses praktisch erörtert. Konkret wurde der Fall eines Drohnenherstellers betrachtet, der erörtert, ob er unbewaffnete Drohnen, die aber gegebenenfalls zu gefährlichen Waffen umgerüstet werden könnten, zu humanitären Zwecken in ein Krisengebiet liefern sollte. Die Studenten haben sich diesem Thema in einem Rollenspiel angenommen und die Frage in einer Diskussionsrunde kontrovers diskutiert.

Als ein weiteres Highlight wurde der letzte Termin des Kurses in Form einer Debattierrunde nach amerikanischem Vorbild gestaltet. Ziel war es, die Themen des Kurses in einem formellen Debattierrahmen und nach festen Regeln zu erörtern, um sie so einerseits nochmal Revue passieren zu lassen und andererseits auch um die individuellen Debattierfertigkeiten der Studenten zu verbessern. Die Debatten wurden von Studenten vorbereitet und moderiert.

Durch den Kurs "Peace & Technology" hatten die teilnehmenden Studenten die Möglichkeit, sich mit Themen zu beschäftigen, die sonst normalerweise nicht Teil ihres Curriculums sind. Da stets die Verbindung zu aktuellen Technologiefragen hergestellt wurde, hatte der Kurs für das spätere Berufsleben der Studenten eine hohe Relevanz. Denn: die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der Technologie unser Leben verändert, bringt nicht nur Chancen, sondern auch viele Risiken und offene Fragen. Vor allem stehen die Pioniere der Technologierevolution in der Verantwortung, über die möglichen Auswirkungen ihres Handelns nachzudenken. Dieser Verantwortung sind sich die Studenten des Kurses nun umso mehr bewusst.

Text: Fabian Grunder
Bilder: CDTM

veröffentlicht am