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Aktuelles aus den Elitestudiengängen

Honors-Akademie in Budapest

Die diesjährige Honors-Akademie fand in der letzten Maiwoche in der ungarischen Hauptstadt Budapest statt. Prof. Dr. Michael Dowling, Prof. Dr. Jürgen Jerger sowie die beiden Honors-Koordinatorinnen Dr. Stefanie Steinhauser und M.Sc. Jenny Körner begleiteten die 26 Masterstudenten dieses Elitestudiengangs nach Ungarn.

Foto: Dr. Stefanie Steinhauser

 Die in Zusammenarbeit mit der Andrássy-Universität organisierte Akademie stand unter dem Titel "Wettbewerbsfähigkeit Ungarns: Herausforderungen und Potenziale". Die Teilnehmer setzten sich mit dem Thema durch Vorträge von Makroökonomen mit unterschiedlichem Hintergrund und Diskussionen auseinander. Aber auch Ausflüge zur ungarischen Audi-Stadt Györ und nach Vác zu Zollner standen auf dem Programm. Dadurch erhielten die Regensburger Elitestudierenden einen tiefen Einblick in die ungarische Unternehmenskultur, das dortige Universitätsleben, aber auch in tiefgehende Fragestellungen der Volkswirtschaftslehre. Die Akademie förderte auf diese Weise die interkulturellen und interdisziplinären Kompetenzen der Studenten und verbesserte das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Studiengangs.

Die Akademie startete am Montag mit dem Besuch der "Exzellenzuniversität" Andrássy- Universität Budapest. Nachdem die Regensburger im Namen der Universitätsleitung von Prof. Domahidi und Dr. Dötsch begrüßt worden waren, gab es eine Führung durch das imposante Universitätsgebäude. Als Highlight gilt sicherlich der ehrwürdige Spiegelsaal, in dem auch schon politische Größen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Altbundespräsident Johannes Rau Ansprachen gehalten hatten. Anschließend stellte Dr. Dötsch die Ziele und Konzepte der Andrássy-Universität vor. Die einzige deutschsprachige Universität außerhalb des deutschsprachigen Raums bildet herausragende Studenten nicht nur aus Ungarn, sondern auch aus Nationen wie Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol aus. Dabei wird an den drei Fakultäten Internationale Beziehungen, Mitteleuropäische Studien und Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften gelehrt. Außerdem bietet die Uni eine Doktorschule. Seit 2013 kann sich die Universität als "Exzellenzuniversität" bezeichnen und wird deshalb im Rahmen der "Exzellenzförderung" vom Ministerium unterstützt. Im Anschluss daran hielt Prof. Dr. Meyer einen spannenden und anschaulichen Vortrag über die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation in Ungarn. Dieser Beitrag wurde durch eine spannende Diskussion über Probleme in Ungarn wie z.B. die hohe Auswanderungsbereitschaft qualifizierter Arbeitskräfte, die Bürokratie oder die Korruption abgerundet. Es folgte ein sehr unterhaltsames und anschauliches Economic Trade-Game, bei dem die Studenten unter Moderation von Prof. Okruch Außenhandelstheorie in der Praxis erlebten. Die Studenten lernten wie Angebot und Nachfrage den Preis von Papierformen bestimmen. Desweiteren wurden Elemente aus der Spieltheorie und strategisches Denken praxisnah verdeutlicht. Der erste Abend wurde mit einem gemütlichen Essen im ungarischen Kellerrestaurant Kaltenberg abgerundet.

Am Dienstag lud erneut die Andrássy-Universität zu einem informativen Vortrag des Executive Directors der Ungarischen Nationalbank, Dániel Palotai, ein. Ausgehend von den sozialistischen Strukturen Ungarns wurden der Weg in die Krise, die aktuelle Situation sowie Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. Anschließend gab es eine anregende Diskussion vor allem über Probleme wie den hohen Grad der Steuerhinterziehung, die Migrationsproblematik oder die zentrale Stellung Budapests in Ungarn. Danach nutzten die Regensburger die Gelegenheit, ihre Präsentationen noch einmal durchzusprechen. Jede Gruppen bekam einen ungarischen Studenten der Andrássy-Universität zur Seite gestellt, um einige Aspekte noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Dabei ergaben sich anregende Diskussionen, sodass die Studenten nicht nur weitere Einblicke in die Wirtschaft Ungarns erhielten, sondern auch mehr über das Studentenleben in Budapest erfuhren. Daraufhin wurde die erste studentische Präsentation über die Konkurrenzfähigkeit Ungarns mit anderen EU-Staaten gehalten. Zum Abschluss des Tages besuchten die Teilnehmer die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer in Budapest. Dort erhielten die Regensburger bei einem Vortrag des Leiters der Kommunikation, Dirk Wölfer, neue Einblicke in die wirtschaftliche Lage Ungarns und die Arbeit deutscher Unternehmen.

Am Mittwoch folgten weitere Präsentationen der Studenten zu den Themen Ausländische Direktinvestitionen in den Bereichen Automobilbranche, Maschinenbau, IT und Technologiesektor sowie zum Thema Arbeitsmarktentwicklungen in Ungarn. Danach ging es mit dem Bus nach Györ, um das Audi-Werk zu besichtigen. Nach einem Kurzfilm über den Standort Györ gab es eine spannende Führung durch das riesige Werk mit seinen 11000 Mitarbeitern. Die Regensburger Studenten konnten sich so ein Bild davon machen, wie die vier Modelle Audi TT Coupé, Audi TT Roadster, Audi A3 Limousine, Audi A3 Cabriolet in Serienfertigung vom Anfang bis zum fertigen Fahrzeug hergestellt werden.

Der vierte Tag begann mit einem Vortrag des renommierten ungarischen Ökonomen Prof. Inotai in den Räumen der Andrássy-Universität. Thema war die wirtschaftliche und soziopolitische Entwicklung Ungarns nach der globalen Krise, also in den Jahren 2008 bis 2016. Auch hier gab es im Anschluss wieder spannende Diskussionen über die Probleme Ungarns. Es folgte eine intensive Podiumsdiskussion zwischen einigen Honors-Studenten zum Thema Euroeinführung in Ungarn. Dabei wurden Argumente wie Wegfall von Transaktionskosten und Wechselkursrisiko, Preistransparenz, aber auch Kontraargumente wie Hyperinflation, niedrigere Subventionen und Instabilität genannt. Das Resümee lautete, dass eine Einführung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll wäre. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre eine Einführung jedoch aufgrund einiger positiver Aspekte zu befürworten. Anschließend besuchten die Teilnehmer das Werk des deutschen EMS-Dienstleisters Zollner im Norden Ungarns in Vác. Nach einer Einführung des Werksleiters Jozsef Ogl wurden die Studenten auf dem rund 93.000 Quadratmeter großen, mit hochmoderner Technologie ausgestatten Werk herumgeführt. So bekamen sie interessante Einblicke in die Produktion in den Bereichen Mechanik, Werkzeugbau, Trafofertigung und Elektronik eines der 15 wichtigsten EMS-Dienstleister weltweit. Zum Abschluss des Tages organisierten sich die Studenten selbst eine aufregende Stadtführung. Bei bestem Wetter erlebten sie die wunderschöne Donaustadt Budapest.

Am letzten Tag wurde die Akademie mit einem Besuch beim Startup Accelerator "Kitchen Budapest" abgeschlossen. Die Business Development Managerin Orsolya Forster gab den Studenten Informationen aus erster Hand, wie der Arbeitsalltag in einem ungarischen Startup abläuft, wie sich solche Startups finanzieren und mit der hohen Mitarbeiterfluktuation umgehen. Besonders interessant waren die Erzählungen aus innovativen Projekten des Unternehmens. Da ging es z.B. um einen Tischkicker, der sich mit bloßer Gedankenkraft steuern lässt.

Mit der Heimfahrt am Freitagmittag endete für die Teilnehmer eine sehr eindrucksvolle und interessante Zeit. Sowohl der Theorieteil an der Andrássy-Universität als auch die praktischen Eindrücke bei den Unternehmen und Organisationen bereicherten das Verständnis der Studierenden über die Ungarn insbesondere hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und politischen Entwicklung. Ein besonderer Dank gilt deshalb den freundlichen und kompetenten Mitarbeitern der Andrássy-Universität, sowie allen beteiligten Unternehmen und Organisationen.

Text: Ulrich Schmidt

 

 

 

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