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Aktuelles aus den Elitestudiengängen

Ein problematisches Krankheitsbild

Die erste Winter School stand unter dem Thema „Translational Medicine and Clinical Science“.

Angeregte Diskussionen im Hörsaal

Patienten mit einer intrazerebralen Blutung, bei denen gleichzeitig ein Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, haben ein hohes Risiko für Schlaganfälle und für erneute intrazerebrale Blutungen. Eine optimale medikamentöse Behandlung existiert für sie derzeit noch nicht. Wie diese Therapie aussehen könnte, war Thema der ersten gemeinsamen Winter School "Translational Medicine and Clinical Science" Mitte Februar an der Universität Würzburg.

Einführung in die Grundlagen

Die medizinischen Grundlagen lieferten am ersten Tag die Professoren Karl Georg Häusler und Guido Stoll. Karl Georg Häusler leitet die Schlaganfallversorgung und klinische Schlaganfallforschung an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg. Er führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Winter School in das Thema der intrazerebralen Blutung und des Vorhofflimmerns ein und vermittelte ein grundsätzliches Verständnis der Entstehung intrazerebraler Blutungen und der derzeitigen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend stellte Guido Stoll, stellvertretender Direktor der Neurologischen Klinik, die Herausforderungen bei der Entwicklung geeigneter Medikamente und den aktuellen Forschungsstand vor. Danach hatten Studierende, Dozenten und Gastreferenten im geselligen Rahmen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch.

Detaillierter Blick in aktuelle Studien

Die internationale multizentrische Phase-3b-Studie PRESTIGE-AF stand am Folgetag im Mittelpunkt des Programms der Winter School. Ihr Ziel ist es, eine erfolgreiche Strategie zur Vermeidung von Folgeschlaganfällen zu etablieren. Grundlage für ihre Entwicklung bildete ein systematisches Review inklusive Meta-Analyse, das Eleni Korompoki, Wissenschaftlerin am Department of Neurology der Universität von Athen, erarbeitet hat. Die Arbeit trägt den Titel "Long-term antithrombotic treatment in intracranial hemorrhage survivors with atrial fibrillation" und diente als Datengrundlage für die Entwicklung der PRESTIGE-AF Studie. Korompoki stellte sie auf der Winter School vor. Im Anschluss daran konnten die Studierenden, basierend auf den Ergebnissen dieser Arbeit, Vorschläge für evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung von Patienten mit einem hämorrhagischen Schlaganfall und vorliegendem Vorhofflimmern entwickeln.

Koordination und Finanzierung

Details zu Entwicklung und Durchführung der PRESTIGE-AF Studie erläuterte dann Professor Roland Veltkamp, Leiter der Klinik für Neurologie am Alfred Krupp Krankenhaus in Essen. Dabei ging es nicht nur um die Koordination solch einer Studie, sondern auch um die Drittmittelakquise, die in diesem Fall über das Förderprogramm Horizon 2020, das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation, erfolgte.

Abschließend präsentierten Dr. Kirsten Haas, wissenschaftliche Mitarbeiterin Lehrstuhls für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg, und Dr. Jan Purrucker, Oberarzt der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, die Beobachtungsstudie RASUNOA. Die Teilnehmer der Winter School erhielten damit Einblicke in weitere Möglichkeiten zur Dokumentation des voraussichtlichen Krankheitsverlaufs von Schlaganfallpatienten mit Vorhofflimmern.

Text: Elitestudiengang "Translational Medicine"
Bild: Martha Schutzmeier

veröffentlicht am