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Forschungsarbeit

 Neuartige, hocheffiziente und selektive Katalysatoren
 für die Hydrierung von Ketonen

von Denise Friedrich (21.11.2008)

Für die Entwicklung von Medikamenten und von neuen Produkten im Bereich der Agrarchemie werden häufig so genannte chirale Verbindungen benötigt. Für deren Herstellung gibt es bisher keine einzelne Technologie, die man als Patentrezept bezeichnen könnte. Die Synthese solcher Verbindungen mittels Metallkatalyse, die chemisch gesehen viele Vorteile bietet, ist allerdings oftmals abfall- und kostenintensiv. Ein stetig steigendes Umweltbewusstsein und damit verbunden produktionstechnische Auflagen machen es daher für die Industrie unabdingbar, sich der Erforschung neuer Katalysatoren zu widmen.
Im Rahmen der Forschungsarbeit im Rahmen des Internationalen Doktorandenkollegs NanoCat, die am Lehrstuhl für Anorganische Chemie II der Universität Bayreuth durchgeführt wurde, konnten neuartige, hocheffizient und -selektiv arbeitende chirale Katalysatorsysteme entwickelt werden. Diese kostengünstigen und leistungsfähigen Katalysatoren werden modular aufgebaut und sind in einer großen Zahl von Lösungsmitteln anwendbar. Damit lassen sich Einflüsse auf das Aktivitäts- und  Selektivitätsverhalten der Katalysatoren gezielt einstellen.  
Vor allem für die pharmazeutische und die agrochemische Industrie ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Denn ausgehend von einfachen Verbindungen lassen sich jetzt gezielt Produkte mit funktionalen Eigenschaften und einem entsprechend hohen ökonomischen Wert erzeugen, ohne dass unerwünschte Nebenprodukte oder Abfälle entstehen. Die neuen Katalysatoren sind daher der Schlüssel zu einem sowohl ökonomisch als auch ökologisch optimierten Wertschöpfungsnetzwerk.

Erzeugung pharmazeutisch relevanter Alkohole mittels chiraler Chemokatalyse[Bildunterschrift / Subline]: Abb. Erzeugung pharmazeutisch relevanter Alkohole mittels chiraler Chemokatalyse

Dieses einmalige Know-how wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth für ein internationales Patent (PCT) angemeldet und führte 2008 zur Ausgründung der Firma AIKAA- Chemicals GmbH.

Denise Friedrich bei der Forschungstätigkeit

Denise Friedrich
* 1980

Stationen
  • Okt. 2000 - März 2005
  • Chemiestudium Universität Bayreuth
  • Apr. 2005 - Aug. 2005
  • Diplomarbeit, Arbeitsgruppe Prof. Dr. R. Kempe, Lehrstuhl AC II, Universität Bayreuth
  • seit Okt. 2005
  • Promotion, Arbeitsgruppe Prof. Dr. R. Kempe, Lehrstuhl AC II, Universität Bayreuth
  • seit Apr. 2006
  • Internationales Doktorandenkolleg NanoCat (Elitenetzwerk Bayern)

Veröffentlichungen
  • T. Irrgang, D. Friedrich, R. Kempe, PCT/EP 2007 009875