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Forschungsarbeit

Falluntersuchungen von großen Verlustfällen in Finanzinstitutionen – Eine Betrachtung aus der Perspektive des Risikomanagements

Von Andreas Schlosser (03.09.2010)

Seit nunmehr zwei Jahren hält die "Subprime-Krise", mittlerweile allgemeiner als "Finanzkrise" bezeichnet, die Finanzmärkte im Speziellen und die Weltwirtschaft im Allgemeinen in Atem. Diese Krise ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche fatalen Auswirkungen das Eingehen übermäßiger Risiken haben kann. Andererseits ist genau dieses Eingehen von Risiken Grundlage der meisten modernen Wirtschaftssysteme. Dies wird besonders im Finanzsektor deutlich: Hier versuchen Banken bspw. im Rahmen des "Risikomanagements" ihre Geschäfte so zu steuern, dass ein fragiles Gleichgewicht zwischen Risiken und Gewinnen aufrecht erhalten wird.

Nicht erst seit der Subprime-Krise sind jedoch Fälle bekannt, in denen dieses Gleichgewicht zusammenbrach und letztlich große Verluste entstanden, die häufig die Insolvenz des betroffenen Instituts nach sich zogen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden drei dieser Fälle untersucht. Dazu wurde zunächst der genaue Hergang anhand verschiedener historischer Quellen aufgearbeitet. Im zweiten Schritt wurden schließlich die involvierten Risiken anhand vordefinierter Risikokategorien untersucht. Der dritte Schritt bestand schließlich darin, moderne Risikomanagementverfahren, sowohl quantitativer als auch qualitativer Art, auf den jeweils betrachteten Fall anzuwenden. So ergaben sich zwei Kategorien von Empfehlungen: Einerseits fallspezifische Handlungsempfehlungen, durch deren Umsetzung die Probleme im konkreten Fall hätten vermieden werden können. Viel wichtiger sind jedoch die entwickelten allgemeingültigen, oder zumindest auf ein breiteres Problemfeld übertragbaren, Handlungsempfehlungen.

Zusammenfassend gesagt bietet die vorliegende Arbeit eine Möglichkeit, über die theoretischen und praktischen Aspekte des Risikomanagements anhand konkreter Problemstellungen zu reflektieren. Auf dieser Basis liefert sie die Grundlage, die Wiederholung vergangener Fehler zu vermeiden und einen Beitrag, mögliche künftige Probleme frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig entsprechende Schritte einleiten zu können.

Die Originate-to-Distribute-Chain auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt als Kette zwischen Darlehensnehmern und Investoren.[Bildunterschrift / Subline]: Abb. Die Originate-to-Distribute-Chain auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt als Kette zwischen Darlehensnehmern und Investoren in Mortgage Backed Securities.

Andreas Schlosser
Andreas Schlosser
* 1982, Dernbach

Stationen
  • 2006 – 2009
  • Studium im Elitenestudiengang "Finance & Information Management" der TU-München und Universität Augsburg. Abschluss: Master of Science with Honours
  • 2008
  • Auslandsaufenthalt am ICMA-Centre der University of Reading (UK) zur Entwicklung einer Asset-Management-Simulation
  • 2002 - 2005
  • Studium der Wirtschaftsinformatik an der Berufsakademie Stuttgart
  • 2002
  • Abitur am Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur

Stipendien
  • 2007-2010
  • Online-Stipendium von e-fellows.net
  • 2007-2009
  • Stipendiat des Max Weber-Programms und des Fördervereins Kurt-Fordan für herausragende Begabungen