ELITE NETZWERK BAYERN

English  Sprachen Icon  |  Gebärdensprache  |  Leichte Sprache  |  Kontakt


Forschungsarbeit

Entwicklung und Anwendung eines Konzepts zur Bewertung des Internet-Vertriebs von Versicherungsunternehmen

Von Armin Naraghi

Auch wenn das Wachstum des Internets in den letzten Jahren abgeflacht ist und sich die Penetration allmählich einem Sättigungspunkt nähert, bietet es Finanzprodukten und speziell Versicherungsprodukten enormes Wachstumspotential. Besonders junge Leute zeichnen sich durch eine hohe Online-Affinität aus. Im Alter von 14 bis 19 Jahren nutzten im Jahr 2006 bereits 96 Prozent das Internet. Diese Entwicklung bringt eine neue Generation von Versicherungskunden hervor, für die eine Nutzung dieses Kanals völlig selbstverständlich ist. Versicherer müssen daher bereits heute die vorhandenen Potentiale optimal erschließen und zugleich die richtigen strategischen Entscheidungen für die optimale Präsenz und Nutzung in diesem stark wachsenden Markt treffen.

Wie genau die Website eines Versicherers strukturiert sein muss und welche Funktionen und Dienstleistungen entscheidend sind, um den Anforderungen der Kunden in der heutigen Zeit gerecht zu werden, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.
In dieser Arbeit wird der Kundeninteraktionsprozess für Versicherungen im Internet analysiert und Erfolgsfaktoren abgeleitet, mit deren Hilfe die Qualität einer Website bewertet werden kann. Grundlage der Analyse bildet dabei ein neu entwickeltes Modell, dass Versicherungsprodukte entsprechend ihrer Möglichkeit zum Onlineabschluss kategorisiert, um anschließend für jede Onlineproduktgruppe individuelle Erfolgsfaktoren abzuleiten.

Kategorisierung von Versicherungsprodukten hinsichtlich der Möglichkeit zum Onlineabschluss[Bildunterschrift / Subline]: Abbildung 1: Kategorisierung von Versicherungsprodukten hinsichtlich der Möglichkeit zum Onlineabschluss

Anschließend wird ein strukturiertes Bewertungsverfahren entwickelt, das sowohl die Evaluation der einzelnen Websites als auch des Gesamtmarktes ermöglicht. Exemplarisch werden zum Abschluss dieser Arbeit 14 deutsche Versicherungen mit Hilfe des entwickelten Verfahrens bewertet und eine erste Gesamtabschätzung der Marktsituation abgegeben. Die Untersuchung beschränkt sich dabei ausschließlich auf den Privatkundenbereich deutscher Versicherer.

Das Gesamtergebnis der klassischen Versicherer zeigt mit 57% der Maximalpunktzahl deutliche Verbesserungspotentiale. Während die Usability im Allgemeinen bereits gut umgesetzt ist, zeigen sich besonders in der Beratungsqualität deutliche Schwächen. Interessanterweise sind der Umfang und die Qualität der Onlinedienstleistungen bei Direktversicherern exklusive der Kaufphase noch schlechter zu bewerten. Diese konzentrieren sich offensichtlich auf die Möglichkeit des direkten Produktabschlusses und vernachlässigen eine gezielte Beratung und weitere Serviceleistungen.


Armin Naraghi
Armin Naraghi
* 1983

Stationen
  • Okt. 2003 – Aug. 2005
  • Studium an der Universität Regensburg mit der Fachrichtung Diplom-Wirtschaftsinformatik
  • Aug. 2005 – Mai 2006
  • Studium an der University of Colorado, Boulder, USA
  • Nov. 2006 – Okt. 2008
  • Honors-Elitestudiengang Diplom-Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg im Rahmen des Elitenetzwerk Bayern

Veröffentlichungen
  • Mär. 2001
  • Gewinner des Siemens „Join Multimedia“- Monatswettbewerbs
  • Sept. 2002
  • Webtaltent auf "multimedia.de", Artikelreihe über deutsche Webtalente
  • Seit Jun. 2005
  • Stipendium des Vereins der ehemaligen Studierenden der Universität Regensburg für das Studium in den USA
  • Feb. 2006
  • "Vertical integrated versus horizontal business models in the telecommunications and media industry", Vortrag zusammen mit Prof. Dr. Dowling und Stefan Doeblin bei der Konferenz vom Münchner Kreis zum Thema "Infrastructure and Services"