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Katharina Fürholzer

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Ausschlaggebend für das anwendungsorientierte Projekt mit dem Arbeitstitel „Krankheit – Sprache – Ethik. Medizin- und literaturethische Dimensionen von Krankenbiographien“ war dabei das Ziel, mithilfe altbewährter wie neudiskutierter Theorien aus Literatur und Medizin und anhand pathographischer Textbeispiele von Arztbrief bis Roman die blinden Flecken der jeweils anderen Disziplin aufzuzeigen. Dabei interessiert insbesondere die Untersuchung von zwei Beziehungssystemen, die besonderer ethischer Aufmerksamkeit bedürfen: das Autor-Leser-Verhältnis auf Seiten der Literatur(-theorie), das ebenso wenig abstrakt ist wie das Arzt-Patient-Verhältnis auf Seiten der Medizin(-theorie), weshalb in beiden Fällen ein praxisnaher Ansatz essenziell ist. Neben der allgemeinen Arbeit an den nach wie vor diffusen pathographischen Gattungsgrenzen muss dabei in Bezug auf den Arztbrief nachdrücklich an die ethische Verantwortung des ärztlichen Briefverfassers nicht nur als Arzt, sondern gerade auch als Autor gemahnt werden; zudem sind die derzeitigen medizinisch-literarischen Ausdrucksräume hinsichtlich ihrer gerechten Allokation zwischen Experte (Arzt) und Laie (Kranker, Angehöriger) scharf zu hinterfragen. (06.11.2013)