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Lindauer Nobelpreisträgertagung 2017: Bayerischer Abend am 29. Juni 2017

Ein fester Bestandteil der jährlich stattfindenden Lindauer Nobelpreisträgertagung ist der „Bayerische Abend“. Auch an der diesjährigen Tagung fanden sich 30 Nobelpreisträger und etwa 400 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, um an diesem Abend Bayern ein wenig näher kennenzulernen.

Der Abend begann im Stadttheater Lindau mit einer Begrüßungsrede der Gräfin Bettina Bernadotte und einigen einleitenden Worten des bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle. In seiner Rede ging der Minister auf die langjährige Geschichte der Lindauer Nobelpreisträgertagung ein und betonte die Bedeutung der Tagung für die Wissenschaft. So erfuhr ich, dass einer der ursprünglichen Zwecke der Tagung die Anbindung des isolierten Nachkriegsdeutschlands an die internationale Wissenschaftsgemeinde war. Auch heute ist die Vernetzung junger Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt eines der Ziele der Lindauer Nobelpreisträgertagung: Allein in diesem Jahr waren Menschen aus knapp 80 Nationen dabei.

Der deutsche Nobelpreisträger Hartmut Michel stellte daraufhin Bayern und seine Bewohner in einem pointierten und amüsanten Vortrag vor. Nach der wissenschaftlichen Erörterung der grundsätzlichen Unterschiede zwischen Schwaben, Franken und Altbayern wurde unter anderem auch auf die jahrhundertealte Diskussion eingegangen, wer in Bayern denn nun das beste Bier braue. Diese Frage kann aber wohl selbst ein Nobelpreisträger nicht eindeutig beantworten. Neben seiner kurzen Einführung in bayerische Gepflogenheiten legte Herr Professor Michel aber auch hervorragend dar, was Bayern als Wissenschaftsstandort so attraktiv mache. Als Habilitand der LMU München berichtete er hierbei aus eigener Erfahrung.

Im Anschluss an Hartmut Michels Vortrag durften zwei Mitglieder des Elitenetzwerks Bayern ihre aktuelle Forschung im Rahmen von hochinteressanten Kurzvorträgen vorstellen. Jennie Pottbäcker, die aktuell an der TU München im Bereich der technischen Chemie promoviert, gab im ersten Vortrag Einblicke in die Tücken des Designs katalytisch aktiver Formkörper. Im zweiten Vortrag berichtete Rebecca Grünbauer, die vor Kurzem ihre Promotion an der Universität Regensburg begonnen hat, von der Synthese neuartiger Phosphor-Liganden.
Nach einer musikalischen Einlage der NeiSamer Musikanten begaben sich die gut gestimmten Wissenschaftler aus dem Stadttheater ins unweit aufgebaute Bierzelt, wo es neben Blasmusik und Bier auch typisch bayerische Speisen gab. Da die Tagungsteilnehmer gebeten wurden, in ihrer landestypischen Kleidung zu erscheinen, sah man neben Lederhosen und Dirndl auch Kimonos und traditionelle senegalesische Kleider. So ergab sich ein wundervoller Abend, an dem sich die verschiedensten Kulturen unter dem Dach eines bayerischen Bierzelts kennenlernen konnten.

Der Bayerische Abend wird allen Teilnehmern als eines der Highlights der Lindauer Nobelpreisträgertagung in Erinnerung bleiben, obwohl die gesamte Tagung an sich bereits eine großartige Erfahrung war. Ich kann allen Mitgliedern des Elitenetzwerks Bayern von ganzem Herzen empfehlen, sich für die Teilnahme an der Tagung zu bewerben.

Autor: Stephan Hess, Max-Weber-Programm

Bilder: Christian Fleming, Julia Nimke

veröffentlicht am