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Aktuelles aus den Programmen

Elitenetzwerk-Alumni bei LIFE IS NOT A BEACH

Die Alumni des Elitenetzwerks Bayern waren im April 2016 nun bereits zum zweiten Mal zu Gast in der Alexander Tutsek-Stiftung in München-Schwabing. In Begleitung von Frau Frauke Preißinger und Frau Dr. Katharina Baumeister von der Geschäftsstelle erhielten sie eine Führung durch die Ausstellung LIFE IS NOT A BEACH von Alumna Aysegül Cihangir.

Matthieu Gafsou, Lausanne I, 2013 © Matthieu Gafsou, mit freundlicher Genehmigung von Galerie C

Blick in die Ausstellung LIFE IS NOT A BEACH Foto: Hans-Joachim Becker © Alexander Tutsek-Stiftung

Blick in die Ausstellung LIFE IS NOT A BEACH Foto: Hans-Joachim Becker © Alexander Tutsek-Stiftung

Lausanne, Place de la Riponne. Es ist Nacht. Vor dem Palais de Rumine keine Menschenseele. Nur ein winziges Fahrrad erkennt man von Ferne. Es lehnt am Gitter vor dem prachtvollen Treppenaufgang. Ein seltsam diffuses Licht erhellt fleckig den Platz. Die Stimmung ist geheimnisvoll, fast märchenhaft, aber auch beunruhigend. Der ungewöhnliche Bildausschnitt befördert den Betrachter mitten ins Geschehen. Er findet sich auf dem Platz wieder, der ein bekannter Drogentreffpunkt in Lausanne ist. Die lange Belichtungszeit führt zu dem menschenleeren Effekt in der großformatigen Fotografie von Matthieu Gafsou. Sie stammt aus seinem Projekt Only God Can Judge Me. Über ein Jahr lang hat sich der junge Schweizer Fotograf in der Lausanner Drogenszene bewegt. Hat Abhängige kennengelernt, ihre Geschichten gehört, ihre Lebensumgebung erforscht. Er hat sie begleitet und ihr Vertrauen gewonnen. Ein Vertrauen, das sich besonders in den Porträts wiederspiegelt. Gafsou schafft es durch seinen nüchternen, distanzierten Blick, die Würde langjähriger Drogenabhängiger, meist Obdachlose, wiederherzustellen, ohne anzuklagen oder zu verherrlichen.

Ans Licht bringen, was gerne nicht gesehen oder verdrängt wird, ist wie bei den Fotografien von Gafsou auch die Motivation der skulpturalen Positionen in der Ausstellung. Zu sehen sind zeitgenössische Skulpturen aus dem Material Glas und Mixed Media internationaler Künstlerinnen und Künstler. Sie thematisieren Abhängigkeiten, Ängste, Krankheiten und Konflikte der Menschen. Die Schattenseiten des Lebens.

Ein Beispiel dafür ist die raumgreifende Installation der renommierten palästinensisch-britischen Künstlerin Mona Hatoum. In einem Durchmesser von zwei Meter fünfzig treiben hunderte Flaschenhälften umher. Sie verdeutlichen auf drastische Weise den Versuch, Probleme mit einem Suchtmittel zu lösen und stehen symbolisch für den Teufelskreis, in den Krankheiten und schwierige Lebenssituationen den Menschen bringen können.

Die Alexander Tutsek-Stiftung zeigt noch bis zum 2. September 2016 die eindrucksvolle Ausstellung LIFE IS NOT A BEACH. Zu sehen sind rund 30 Fotografien von Matthieu Gafsou und 20 Skulpturen internationaler Künstlerinnen und Künstler. Informationen über die Stiftung und ihre Ausstellungen unter www.atstiftung.de.

Von Aysegül Cihangir, Alumna des Elitestudiengangs Aisthesis – Historische Kunst- und Literaturdiskurse

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