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Aktuelles aus den Doktorandenkollegs

Die mimetischen Formen von Un/masking

Unter dem Titel "Un/masking. On a Mimetic Form" fand vom 4. bis zum 6. Juli 2019 die sechste Konferenz des Internationalen Doktorandenkollegs MIMESIS statt. An der LMU und dem ZIGK München trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Geistes- und Kunstwissenschaften, um Funktion und Bedeutung der Maske in politischen, sozialen, literarischen und künstlerischen Kontexten von der Antike bis in die Gegenwart zu diskutieren.

Die Tagung war geprägt von produktivem Austausch zwischen den Disziplinen. Der Musikwissenschaftler W. Anthony Sheppard während einer Diskussion.

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München bot einen beeindruckenden Veranstaltungsort.

Gemeinsamkeiten in Vielfalt: Themen und Methoden

Masken sind ein zentraler Bestandteil der menschlichen Kultur. Seit der Antike sind sie nicht nur ein wichtiges Element in der Theaterpraxis, sondern spielen auch in Ritualen, künstlerischen und literarischen Praktiken sowie politischen Bewegungen eine Rolle.

Ihre Aktualität machte sie zum Gegenstand der von Doktorandinnen und Doktoranden des IDK MIMESIS organisierten Konferenz "Un/masking. On a Mimetic Form". In 13 Vorträgen wurden verschiedene Aspekte beleuchtet, Beispiele aus politischen Protestbewegungen waren ebenso Teil des Programms wie neue Entwicklungen im Bereich der Gesichtserkennung und die Beschäftigung mit klassischen Dramentexten. In den Diskussionen zeigte sich eindrucksvoll, wie produktiv trotz der Heterogenität der Themen und methodischen Ansätze Querverbindungen gezogen werden konnten.

Die drei Keynote-Vorträge bildeten Eckpfeiler des Programms und vereinten so unterschiedliche Themen wie die Masken der First Nations in Kanada, Theorien des Stils in der Kunst des Surrealismus sowie maskierte Stimmen in der Popmusik.

Dabei ging es nicht nur um das Objekt der Maske, sondern auch um den abstrakteren Prozess des Maskierens und Demaskierens. In dieser metaphorischen Verwendung wurde auch der Bereich 'unsichtbarer' Masken beispielsweise in Form sozialer Rollen oder verschiedener Pseudonyme umrissen. Die machtvolle Geste des Maskierens kann nicht nur die eigene Identität verbergen, sondern diese gar neu schaffen.

Der rege Austausch wurde im Rahmen eines Empfangs am ersten Abend und zweier Führungen durch das Zentralinstitut für Kunstgeschichte fortgesetzt.

Text: Sebastian Althoff, Anna Baccanti, Johanna Spangenberg, Antonia Stichnoth
Bildrechte: Irma Petraityte-Luksiene, Franziska Link

veröffentlicht am